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Das indische Pendant zur Münchener Sicherheitskonferenz zeigt einen ganz anderen Blick auf die Welt

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thursday

Als ich Anfang März in Neu-Delhi lande, wird sofort klar, dass die geopolitischen Gewissheiten hier andere sind als in Europa. Im Terminal fällt mir eine riesige Videowand auf: Der russische Kremlsender RT wirbt mit einer aufwendig inszenierten 3D-Kampagne um Zuschauer. In der EU ist RT seit Beginn des russischen Angriffskriegs verboten. In Indien gehört der Sender selbstverständlich zum Angebot, beim Durchzappen im Hotel erscheint er auf den vorderen Programmplätzen.

Solche kleinen Beobachtungen spiegeln die neue geopolitische Realität, die sich beim diesjährigen Raisina Dialogue besonders deutlich gezeigt hat. Die Konferenz gilt als indisches Pendant zur Münchner Sicherheitskonferenz. Während in München vor allem der Westen zusammentrifft, versammelt sich in Neu-Delhi ein deutlich breiteres Spektrum internationaler Politik. Wer verstehen will, wie der „Nicht-Westen“ die Weltlage sieht – und wie er sie mitgestalten will –, bekommt hier einen unverstellten Eindruck.

Auf der MSC 2026 beschäftigte sich der Westen vor allem mit sich selbst – mit der Frage, was von den einst identitätsstiftenden transatlantischen Beziehungen noch übrig ist und welche Werte Europa und die USA verbinden. In Raisina dagegen ging es pragmatisch darum, wie Staaten in einer fragmentierten Welt ihre Handlungsspielräume bewahren, ohne zwischen die Fronten der großen Mächte zu geraten. Anders als in München gab es in Neu-Delhi keinen klaren geopolitischen Referenzrahmen. Die Konferenz ist eine Plattform, die zeigt, wie unterschiedlich die Weltlage von den Akteuren interpretiert wird.

Als ich Anfang März in Neu-Delhi lande, wird sofort klar, dass die geopolitischen Gewissheiten hier andere sind als in Europa. Im Terminal fällt mir eine riesige Videowand auf: Der russische Kremlsender RT wirbt mit einer aufwendig inszenierten 3D-Kampagne um Zuschauer. In der EU ist RT seit Beginn des russischen Angriffskriegs verboten. In Indien gehört der Sender selbstverständlich zum Angebot, beim Durchzappen im Hotel erscheint er auf den vorderen Programmplätzen.

Solche kleinen Beobachtungen spiegeln die neue geopolitische Realität, die sich beim diesjährigen Raisina Dialogue besonders deutlich gezeigt hat. Die Konferenz gilt als indisches Pendant zur Münchner Sicherheitskonferenz. Während in München vor allem der Westen zusammentrifft, versammelt sich in Neu-Delhi ein deutlich breiteres Spektrum internationaler Politik. Wer verstehen will, wie der „Nicht-Westen“ die Weltlage sieht – und wie er sie mitgestalten will –, bekommt hier einen unverstellten Eindruck.

Auf der MSC 2026 beschäftigte sich der Westen vor allem mit sich selbst – mit der Frage, was von den einst identitätsstiftenden transatlantischen Beziehungen noch übrig ist und welche Werte Europa und die USA verbinden. In Raisina dagegen ging es pragmatisch darum, wie Staaten in einer fragmentierten Welt ihre Handlungsspielräume bewahren, ohne zwischen die Fronten der großen Mächte zu geraten. Anders als in München gab es in Neu-Delhi keinen klaren geopolitischen Referenzrahmen. Die Konferenz ist eine Plattform, die zeigt, wie unterschiedlich die Weltlage von den Akteuren interpretiert wird.


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