Die Lehren von Ceuta: Eine Welt voller Mauern
Die Lehren von Ceuta: Eine Welt voller Mauern
Stand: 03.08.2026, 17:36 Uhr
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Auf dem Weg in die spanische Exklave Ceuta sind mehr als 70 Menschen gestorben. Politologen und Soziologen erklären, warum Grenzmauern das Problem nicht lösen – sondern verschärfen.
Joseph Kavanagh heißt der junge Mann, der seinen Wehrdienst an einer gewaltigen Küstenmauer antritt. Der Dienst erstreckt sich über zwei Jahre und er gilt als hart. Diese Mauer dient zwei Zwecken in einem: Sie schützt vor dem steigenden Meeresspiegel und zugleich vor den Menschen, die wegen der ökologischen Katastrophe aus anderen Regionen fliehen. Kavanagh ist der Ich-Erzähler aus dem Roman „Die Mauer“ des britischen Schriftstellers John Lanchester. Über seinen Roman sagt er in einem Interview mit der FR zum Erscheinen seines Buches: „Diese Welt sollten wir uns ersparen.“
Lanchesters Roman lässt sich fast als literarische Allegorie auf die spanische Exklave Ceuta lesen, die in den vergangenen Tagen die Debatten der europäischen Hauptstädte beherrschte. Dort ist vor allem von der „Festung Europa“ die Rede. Damit will man Teile der jeweils eigenen Bevölkerung beruhigen, damit diese nicht scharenweise zu rechten Populisten überlaufen. Die Festung ist nichts anderes als eine Mauer, eine........
