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Geliebter Mitmensch: Sterben und Würde

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20.06.2025

Stand: 17.06.2025, 17:37 Uhr

Von: Harry Nutt

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Auf den Tod geliebter Mitmenschen kann man sich nicht wirklich vorbereiten.

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, ist man geneigt, jeder Bewegung und Regung Bedeutung beizumessen. War ihr ausgestreckter Arm eine Botschaft, die stumme Artikulation eines Wunsches oder war er nur die Folge einer Kontraktion der Muskeln? Immerhin löste die Entgegenahme ihrer Hand, der Versuch eines Streichelns, keine Abwehrreaktion aus, was wir sogleich als Ausdruck des Wohlgefallens interpretierten.

Die Angst, in solchen Augenblicken das Falsche zu tun, wird überlagert von der Hoffnung, dass unsere Anwesenheit schon das Richtige sei. Falls nicht, gäbe es keine Aussicht auf Wiedergutmachung oder behutsame Korrektur. Zwischendurch ließen wir sie allein oder sahen nur kurz........

© Frankfurter Rundschau