Gleichberechtigung: Neue Wege der Weiterbildung
Gleichberechtigung: Neue Wege der Weiterbildung
Stand: 29.03.2026, 16:32 Uhr
Von: Franziska Büschelberger
KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IkdsZWljaGJlcmVjaHRpZ3VuZzogTmV1ZSBXZWdlIGRlciBXZWl0ZXJiaWxkdW5nIiwidGV4dCI6IkRldXRzY2hsYW5kLVdlaXRlcmJpbGR1bmctRnJhdWVuLVJlY2h0ZS1HbGVpY2hiZXJjaHRpZ3VuZy1nbGVpY2hlci1Mb2huLWdsZWljaGUtQXJiZWl0IiwidXJsIjoiaHR0cHM6Ly93d3cuZnIuZGUvbWVpbnVuZy9rb2x1bW5lbi9nbGVpY2hiZXJlY2h0aWd1bmctbmV1ZS13ZWdlLWRlci13ZWl0ZXJiaWxkdW5nLTk0MjQwODM4Lmh0bWw/dXRtX3NvdXJjZT1fc2hhcmVkJnV0bV9tZWRpdW09d2VzdCZ1dG1fY2FtcGFpZ249aW50ZXJhY3Rpb25iYXIifQ=="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document);
Wo Frauen lernen dürfen, entsteht, was nicht überall willkommen ist: Anspruch.
Kürzlich war ich auf einer Weiterbildung. Kein klassisches Konferenzformat, sondern ein Event, das Wissen, Austausch und persönliches Wachstum mit dem verbindet, was besonders Frauen oft fehlt: Räume, in denen Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und gegenseitige Unterstützung nicht nur thematisiert, sondern auch gemeinsam gefeiert werden.
Das „About Us Festival“ in Saarbrücken war eine Antwort darauf, dass Frauen mehr tragen, mehr aushalten, mehr beweisen müssen – und trotzdem noch immer in Rollen und Strukturen festgehalten werden, in denen sie weniger Geld, weniger Einfluss und weniger Macht haben als Männer. Studien belegen: Frauen verdienen in Deutschland pro Stunde 16 Prozent weniger als Männer. Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit, nur 29 Prozent der Führungskräfte sind weiblich. Im Deutschen Bundestag liegt der Frauenanteil bei 32 Prozent, in Vorständen ist nur jeder fünfte Posten mit einer Frau besetzt. Die Ungleichheit reicht bis zur Rente: Die Alterseinkünfte von Frauen liegen mehr als ein Viertel unter denen von Männern.
Genau deshalb brauchte es die Vision der Gründerin des Festivals, Eva Lorentz: einen Ort zu schaffen, den Frauen selbst füllen – mit Wissen, Ehrlichkeit und Unterstützung. Räume, die Frauen Austausch ermöglichen, damit sie sich vernetzen und voneinander lernen können.
Ich war eine von 1.200 Frauen auf dem Event. Selten habe ich mich als Frau so gesehen gefühlt und so viel Menschlichkeit und Stärke erlebt wie an diesen drei Tagen. Es hat uns Frauen aufgerichtet, Glauben zurückgegeben und an unseren Wert erinnert. Wir konnten sein, wie wir waren: laut oder leise, geschminkt oder ungeschminkt, viel oder wenig. Jede war richtig, alles war echt. Unmaskiert und ohne Tabuthemen. Uns Frauen wurde nicht erklärt, wie wir uns optimieren sollen, um in ein System zu passen, das nicht für uns gemacht ist. Ich konnte spüren, welche Kraft und Energie von Frauen ausgeht, wenn sie sich nicht anpassen müssen, um gesehen zu werden.
Was Frauen sichtbar macht und in ihrer Selbstbestimmung stärkt, wird schnell belächelt und ausgebremst. Auch dem Festival wurden Steine in den Weg gelegt: Absprachen und Verträge wurden nicht eingehalten, oder Preise für Leistungen gefordert, die die Ausrichtung erschwerten. Die Presse zeigte kein Interesse, genauso wenig die Unternehmen.
Dabei war dieses Event Weiterbildung, Wissenstransfer und Persönlichkeitsentwicklung. Dennoch gab es Arbeitgebende, die Beschäftigte nicht dorthin schickten. Solche Räume bleiben nicht folgenlos: Sie schaffen Klarheit, Anspruch und Selbstwert. Danach wollen Frauen vielleicht mehr. Mehr Geld. Mehr Sichtbarkeit. Mehr Einfluss. Das war der Plan!
Auf dem Festival in einem abgewrackten Industrie- und Hafengebäude lag eine magische Kraft. Ein Ort der Kontraste, an dem nichts gegeneinander ausgespielt werden musste, um wirksam zu sein. Feministische Arbeit muss nicht Widerstand bedeuten, schon gar nicht gegen Männer. Das brachte Daniel Grunenberg von Glasperlenspiel auf den Punkt: „Frauen müssen nicht gestärkt werden – wir Männer dürfen ihnen nur einfach nicht im Weg stehen!“
