Die Beweismaschinen greifen nach den Sternen
KI mischt die Mathematik auf : Die Beweismaschinen greifen nach den Sternen
Open AI veröffentlicht KI-generierte Antworten auf zehn mathematische Probleme und stellt das Prinzip der Zurechenbarkeit wissenschaftlicher Leistungen zu Menschen infrage. Die Disziplin steckt im Umbruch.
Als Mathematiker rund um die Welt am Samstag, dem 1. August, in die Foren und Substacks ihres Vertrauens blickten, gerieten einige von ihnen in nicht unbeträchtliche Erregung. Denn an diesem Tag verkündete das KI-Unternehmen Open AI, Urheber von ChatGPT, auf seiner Website Fortschritte oder gar Lösungen für nicht weniger als zehn bislang offenen mathematischen Problemen.
Es waren nicht irgendwelche Knobeleien. Mindestens zwei der zehn Themen sind für die mathematische Forschung von erheblicher Bedeutung: Die Frage, ob es sogenannte nicht-sofische Gruppen gibt, beschäftigt die Fachwelt seit 1999, und wie schnell die Dichte, mit der sich hochdimensionale Kugeln allerhöchstens packen lassen, mit steigender Dimension abnimmt, dazu wurde seit 1978 kein substantieller Fortschritt mehr erzielt. Letztere Frage ist potentiell auch von praktischem Belang, da hochdimensionale Kugelpackungen mit Fragen der Codierung von Nachrichten auf verrauschten Kanälen in Zusammenhang gebracht werden können.
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Wettbewerb der Beweismaschinen
Nun hat also eine KI in diesen und acht anderen Fragen Lösungen oder substantielle Fortschritte erzielt, und ihre Lösungen wurden laut Open AI durch eine Software namens „Lean“ auf Korrektheit überprüft, wovon sich jeder Interessierte anhand der auf der Plattform Github hinterlegten Daten überzeugen........
