Gefolgschaft erzwingen
Gaza-Proteste bei Berlinale : Gefolgschaft erzwingen
Das immergleiche Drehbuch: Wie die Forderungen von Aktivisten für Gaza auf der Berlinale ihren eigentlichen Zweck konterkarieren.
Nicht jeder öffentliche Raum ist per se ein politischer Raum, aber der öffentliche Raum ist eine notwendige Bedingung für Politik. Politik entsteht dann, wenn Sichtbarkeit, Rede und Widerspruch möglich sind. Dass die Berlinale kein politischer Raum sei, ist Unsinn. Schon deshalb, weil ihre Repräsentanten sich in den vergangenen Jahren wiederholt ausdrücklich politisch positioniert haben.
Dass daraus jedoch folgen soll, eine kulturelle Institution wäre verpflichtet, sich zu jedem globalen Konflikt, sei er auch noch so zentral, zu positionieren, ist gleichfalls Unsinn. Öffentlichkeit schafft keinen Bekenntniszwang. Wer dennoch einen solchen fordert – wie bei der Berlinale der Youtube-Aktivist Tilo Jung, der seine Gaza-Obsession immer wieder in alle möglichen Presseveranstaltungen hineinträgt –, ist nicht an politischer Auseinandersetzung interessiert, weil er an die Stelle........
