Der Kanzler sucht Hilfe bei Marx
Merz und die neue Erzählung : Der Kanzler sucht Hilfe bei Marx
Der Bundeskanzler will in Zukunft eher als Gefühlsrepublikaner auftreten. Das ist nachvollziehbar. Richtiger wäre es gewesen, er hätte seine erste Rede nach der Wahl in Sachsen-Anhalt gleich für diesen Vorsatz genutzt.
Der Kanzler reagiert auf die Krise mit Karl Marx. Zu Beginn seiner ersten Stellungnahme nach der für seine Partei und Person katastrophalen Wahl in Sachsen-Anhalt auf der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus spricht Friedrich Merz davon, dass diese Wahlniederlage etwas „persönlich“ mit ihm mache. Er sei niemand, der seine Emotionalität ständig vor sich hertrage, gesteht er ein, aber dieser Abend habe für ihn wirklich eine einschneidende Wirkung gehabt. Wirkliche Wirkung in welcher Form?
Während die meisten nun wahrscheinlich eine politprogrammatische Ansage erwarten, eine Abkehr von Brandmauer oder Reformpolitik, von Rüstungsausgaben oder der eigenen Kanzlerschaft, schlägt Merz eine andere Richtung ein. Selbstkritisch spricht er davon, dass es offenbar nicht mehr ausreiche, Politik........
