Burnhams deutsche Vorbilder
Machtwechsel in London : Burnhams deutsche Vorbilder
Der nächste britische Premierminister kommt aus der Provinz – und will den Föderalismus in Großbritannien stärken.
Der Jubel und der stehende Applaus, die Keir Starmer zu seinem Abschied im Unterhaus umfingen, müssen ihm bitter in den Ohren geklungen haben. Da klatschten jene Hinterbänkler, die vor wenigen Wochen noch den Dolch gegen ihn geschwungen hatten. Sie luden Kemi Badenoch, die konservative Oppositionsführerin, zu der ironischen Bemerkung ein, ihre Partei wisse ja aus eigener Erfahrung, dass das Auswechseln des Anführers keine Wunderwaffe sei. Im Gegenteil, prophezeite Badenoch, die Schwierigkeiten fingen jetzt erst an.
Tatsächlich ist Andrew Burnham, der Kommunalpolitiker aus dem englischen Norden, der in Westminster so gern als Außenseiter gelten will, nicht die Antwort auf sämtliche Defizite, die Labour in den zwei Jahren seit Starmers wuchtigem Wahlsieg offenbart hat. Starmer zog in die Downing Street 10 in der Hoffnung ein, nach dem von Überheblichkeit und Unernst gespeisten Chaos, das zuvor die Konservativen aufgeführt hatten, genüge es schon, sachlich und solide zu agieren, um das Vertrauen der Nation zu gewinnen.
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Ein neues Selbstwertgefühl
Aber ihm gelang weder das eine noch das andere; zudem fehlten ihm Ausstrahlung und politisches Gespür. An diesem Kriterium gemessen, bietet Burnham einen Qualitätssprung. Wenn Starmer der – stets ein wenig........
