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Der Klimakrampf des Kandidaten

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07.03.2026

FAZ+Peinlichkeit im Wahlkampf : Der Klimakrampf des Kandidaten

Der baden-württembergische Ministerpräsidentenkandidat Manuel Hagel blamiert sich vor Schülern mit einer grottenfalschen Erklärung des Treibhauseffektes. Hier tut Nachhilfe Not.

Die Sonne wird also heißer – soso. Weil nämlich die Atmosphäre immer dünner wird. Ihr wisst schon, wegen der Abgase, dem CO2 und, und, und . . .! „Und das ist dann dieser Treibhausgaseffekt – all right?“ Mit diesen Erkenntnissen trat Manuel Hagel in einer Stuttgarter Gemeinschaftsschule auf. Ein junger Politiker von der CDU, der sich zutraut, baden-württembergischer Ministerpräsidentenkandidat zu werden. Der von den eigenen Leuten natürlich als großes politisches Talent dargestellt wird, in den Tagen vor der Landtagswahl ganz besonders. Der aber, so lässt sich diese Slapstick-Nummer im Klassenraum und vor laufender Kamera nur deuten, eine nachgerade ironische Distanz zu modernem Bildungsgut pflegt. Was sich obendrein auch in seinem ebenfalls im Video festgehaltenen und vielfach hämisch kommentierten Umgang mit der für ihn etwas sperrigen Lehrerin manifestiert. Note sechs im Betragen also und eine fette Sechs in Klimakompetenz.

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Joachim Müller-JungVerantwortlicher Redakteur für das Ressort „Wissenschaft“.

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Wissenschaft“.

Erst stand CDU-Spitzenkandidat Hagel wegen einer Interviewaussage über Schülerinnen in der Kritik. Jetzt erklärt er in einer ARD-Reportage den Treibhauseffekt falsch. In der letzten Umfrage liegen CDU und Grüne mit jeweils 28 Prozent gleich auf.

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© Frankfurter Allgemeine