Eine Übernahme, die es so nicht geben dürfte
Kampf um die Commerzbank : Eine Übernahme, die es so nicht geben dürfte
Die Übernahme der Commerzbank wird immer wahrscheinlicher. Diese Transaktion wird aus den falschen Gründen in die Geschichtsbücher eingehen.
Andrea Orcel hat das Ziel vor Augen. Geht alles nach Plan, dann wird die italienische Großbank Unicredit die Commerzbank in einigen Monaten übernehmen können. Eine Mehrheit ist praktisch gesichert, der Widerstand von Regierung und Zielunternehmen aufgegeben. Die Mission ist dann erfüllt, die Umstände aber sind absurd. Alle Beteiligten werden sich am Ende dieses Prozesses fragen müssen, ob sie ihrer jeweiligen Verantwortung auch nur annähernd gerecht geworden sind. Zweifel sind angebracht.
Der Staat ist ein denkbar schlechter Unternehmer. Längst hätte er aus der Commerzbank aussteigen müssen, die er vor fast zwei Jahrzehnten in der Finanzkrise vor dem Umfallen bewahrt hatte. Politisch motivierte Finanzminister haben sich über Jahre hinweg nicht getraut, die Beteiligung abzugeben, weil der Aktienkurs einer schlecht geführten Bank ein jämmerliches Bild abgab. Das traditionsreiche Institut aber ist ein privatwirtschaftlich geführtes, an der Börse notiertes und seit Jahren nicht mehr einsturzgefährdetes Unternehmen. Die Staatsbeteiligung ist wettbewerbsverzerrend und gehörte längst verkauft. Die Bundesregierung hatte ausreichend Zeit, den Verkauf vorzubereiten. Stattdessen dilettierte sich die........
