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Die Neuvermessung des Risikos

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25.04.2026

Geldanlage in unsicheren Zeiten : Die Neuvermessung des Risikos

Der Ölpreis ist das Barometer der Märkte. Doch er taugt nicht zur langfristigen Neubewertung der eigenen Anlageziele.

Die Börse liebt Gewissheiten und hasst Überraschungen. Beides ist derzeit Mangelware. Aktienkurse springen, als hätten sie den Halt verloren, und ausgerechnet der Ölpreis ist wieder zum Nervenzentrum der Märkte geworden. Institutionelle Investoren müssen Risiken neu vermessen, ebenso die Privatanleger. Dies nicht, weil Panik angebracht wäre, sondern weil die brisante geopolitische Großwetterlage offensichtlich von Dauer ist.

Öl ist nie nur ein Rohstoff gewesen. Mobilität, Industrie, Energieversorgung hängen am Öl, das damit maßgeblichen Einfluss hat auf die ökonomische  Entwicklung von Volkswirtschaften nach oben und nach unten. Steigt der Preis abrupt, frisst sich das durch die Kostenketten, befeuert Inflationssorgen und hält Notenbanken länger auf der Bremse. Fällt er stark, ist das zwar ein Kostensenkungsprogramm für Konsumenten, kann aber zugleich ein Warnsignal für schwächere Nachfrage, Rezessionsangst und sinkende Investitionsbereitschaft sein.

Die Volatilität ist deshalb weniger ein Betriebsunfall als ein Symptom. Märkte sind gerade dabei, Wahrscheinlichkeiten neu zu verteilen. Was zuletzt als........

© Frankfurter Allgemeine