Gratis zum Einkaufsbummel
Kostenlos Busfahren : Gratis zum Einkaufsbummel
Seit einigen Tagen kann man die Busse in der Hanauer Innenstadt unentgeltlich nutzen. Funktioniert das, um Städte belebt zu halten?
Wenn man zu Fuß vom Hanauer Westbahnhof durch die Hanauer Innenstadt laufen will, dann ist man vielleicht zehn Minuten unterwegs – so groß ist die City nicht. Aber wer will, der kann sich den Spaziergang seit Kurzem sparen und den Bus nehmen, ohne dafür eine Fahrkarte kaufen zu müssen. Der eine oder andere wird das zu schätzen wissen, so viel Spaß machen die Wege zum Beispiel bei schlechtem Wetter ja auch nicht. Viele Haltestellen, gerade einmal sieben, fallen in die neue „Cityzone“, aber dazu zählen auch die am höchsten frequentierten Stationen am Markt- und am Freiheitsplatz.
Alles in allem kein großes Ding, aber es ist ein kleiner Baustein einer großen Anstrengung: Hanau kämpft darum, die Innenstadt lebendig zu halten, stemmt sich gegen Leerstände und Verödung. Diese Sorge zieht sich seit fast zwei Jahrzehnten durch die Stadtentwicklung und gab seinerzeit auch den Anstoß für den sogenannten Innenstadtumbau, der am deutlichsten auf dem Freiheitsplatz sichtbar wird. An die Stelle eines (leer stehenden) Kaufhauses und eines Parkplatzes sind ein Einkaufszentrum, dazu das sogenannte Kulturforum mit der Stadtbibliothek und ein neuer Busbahnhof getreten. Das funktioniert, die Besucherfrequenz passt. Zur Aufenthaltsqualität gehört aber auch das Sicherheitsgefühl der Besucher, dem versuchen die Behörden unter anderem mit Streifengängen und Videoüberwachung Rechnung zu tragen.
Wie man Menschen in die City lockt
Ein weiteres prominentes Projekt ist die Umwandlung des ehemaligen Kaufhofs in den sogenannten Stadthof. Um einen Leerstand zu vermeiden, der der City das Rückgrat hätte brechen können, hat Hanau das Gebäude gekauft, dort finden nun Pop-up-Stores Platz, das erste Stockwerk bespielen die Verantwortlichen mit möglichst publikumsträchtigen Ausstellungen. Vor Kurzem kam die Nachricht, dass im Untergeschoss ein großer Sportartikelhändler einziehen wird, von dem sich die Stadt einen weiteren Kundenmagneten erhofft.
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Aber solche Erfolge sind keine Glücksfälle oder Selbstläufer, sie sind das Ergebnis kontinuierlicher und harter Arbeit der zuständigen städtischen Stellen. Es gibt Programme, um Ladenleerstände zu vermeiden; ein Vorkaufsrecht erlaubt der Kommune direkten Zugriff auf Immobilien.
Der Einsatz für die Innenstadt ist auch kommunalpolitischer Konsens – und nach Überzeugung aller Beteiligten eine Daueraufgabe. Denn das Konsumverhalten ändert sich, der stationäre Einzelhandel hat zu kämpfen. Das Gegenmittel soll das oft beschworene Einkaufserlebnis in der City sein, das einer großen Bandbreite der angebotenen Waren bedarf. Denn nur mit den schon jetzt reichlich vertretenen Cafés, Mobilfunkläden und Barbershops lässt sich kein Staat, pardon, keine Stadt machen.
Hanns MattesKorrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.
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