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Die Angst vor dem Autokorso

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15.06.2026

Feiern während der WM : Die Angst vor dem Autokorso

Diese Fußball-Weltmeisterschaft wird viele Menschen um den Schlaf bringen. Denn es wird nicht nur spät gespielt, sondern auch gejubelt, gehupt und gejolt. Eine Herausforderung für den Gemeinsinn.

Waren es wirklich die Italiener, die den Autokorso auf deutsche Straßen gebracht haben? Oft wird in der Rückschau vermutet, dass deren Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982, im Endspiel ausgerechnet gegen Deutschland, im wahrsten Sinne des Wortes die Initialzündung für das KfZ-Vergnügen war, das gehupte Startsignal, um in der Sprache von Autoteilen und Zubehör zu bleiben.

Italiener feierten nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft ausgelassen auf deutschen Straßen; eine gewisse Häme gegenüber den deutschen Mitbürgern war dabei natürlich mit im Spiel.  Während die Deutschen als liebgewonnene Gewohnheit der siebziger Jahre noch Polonaisen bildeten, kamen die Italiener hupend im Korso um die Ecke gefahren. Erst viele Jahre später wusste sich der Anhang der deutschen Nationalelf einmal zu revanchieren – mit der Bestellung von „Pizza Endstazione“ oder ebenfalls einem Korso, der gerne auch mal am Lieblingsitaliener vorbeiführte.

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Endstation war für die große Fußball- und Autokorsonation in diesem Jahr zum wiederholten Male bereits vor Anpfiff der Weltmeisterschaft nach dem Scheitern in der Qualifikation, weshalb deutschen Straßen zumindest schon mal eine feierwütige Gruppierung erspart bleibt. Und dennoch wird die Weltmeisterschaft den Gemeinsinn noch zur Genüge herausfordern. Da die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen wird, fallen durch die Zeitverschiebung zwischen den Kontinenten gut die Hälfte der Spiele in die europäische Nacht.

Kroaten, Marokkanern und Türken müssen die Nacht zum Tag........

© Frankfurter Allgemeine