Verkehrsminister mit schwerer Hypothek
Wechsel im Ministerium : Verkehrsminister mit schwerer Hypothek
Der ruppige Wechsel an der Spitze des Verkehrsministeriums lässt tief blicken. Allein mit neuem Personal lässt sich die Infrastruktur nicht retten.
Wer sich künftig über Zugausfälle, stundenlange Verspätungen oder ungereinigte Toiletten aufregt, wird kaum einen Gedanken an die Bundesregierung verschwenden. Dabei lohnt es sich, bei allem Ärger über das Management auch mal an den Eigentümer zu denken. Die Bahn gehört zu 100 Prozent dem Staat – und trotzdem wird der Bund zu selten politisch in die Pflicht genommen.
So ist die missglückte Personalrochade im Verkehrsministerium ein Symbol dafür, was in der Verkehrspolitik schon seit Langem schiefläuft. Mit Steffen Bilger (CDU) ist jetzt zwar im zweiten Anlauf ein kompetenter Nachfolger für den glücklosen Patrick Schnieder gefunden. Doch ist auch er zum Scheitern verurteilt, wenn sich die Herangehensweise nicht drastisch ändert. Die mangelnde Sorgfalt, mit der Friedrich Merz den Wechsel vorbereitet hat, lässt jedenfalls daran zweifeln, dass der Bundeskanzler der Infrastruktur die Aufmerksamkeit widmet, die sie angesichts ihres desolaten Zustands verdient.
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