Stimmgewaltig schweigende Fußballspielerinnen
Mutige Iranerinnen : Stimmgewaltig schweigende Fußballspielerinnen
Die große Sorge um Familie und Freunde könnte Iraner im Ausland in den Wahnsinn treiben. Aber die Fußballspielerin Sara Didar und ihr Team trotzen der Gefahr.
Spricht man im Sport über den Joker, spricht man über einen Mann aus Serbien. Über den Basketballspieler Nikola Jokić oder über den Tennisspieler Novak Djokovic, die in ihrem Sport, metaphorisch gesprochen, ein Feuer entfacht und so die Spitznamen „Joker“ und „Djoker“ bekommen haben.
Mit Blick nach Iran wollen wir aber über den Joker aus Gotham City sprechen, der die Welt wirklich brennen sehen will. Wie wird man so? Im Batman-Comic „The Killing Joke“ (1988) von Alan Moore und Brian Bolland sagt der Joker es selbst. „One bad day“, ein schlechter Tag, das sei alles, was es brauche, um auch den Menschen mit dem klarsten Verstand in den Wahnsinn zu treiben.
Es gibt in unserer schlechten Welt auch Menschen aus dem Sport, die gerade keine guten Tage erleben. Etwa Sara Didar, Fußballspielerin aus Iran, die um ihre Familie und Freunde fürchtet. So erzählte sie das in dieser Woche in Australien, wo sie mit dem Nationalteam spielte und auch redete, aber wie immer nicht alles sagen durfte.
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Die iranischen Spielerinnen werden bei Auslandsreisen auf Schritt und Tritt von Staatsbeamten verfolgt. Trotzdem setzten sie nun ihre Stimme ein: Einmal sangen sie die Nationalhymne vor dem Spiel mit, einmal aber nicht. Und zeigten damit, dass sie dem Wahnsinn der Welt, der in ihrer Heimat explodiert, etwas entgegenzusetzen haben.
Christopher MeltzerSportkorrespondent in München.
Sportkorrespondent in München.
