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Maulwurf und Frechdachs beim FC Bayern

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Überragender Manuel Neuer : Maulwurf und Frechdachs beim FC Bayern

In Madrid macht der große Torhüter Manuel Neuer ein großes Spiel. Was das über seine Zukunft beim FC Bayern sagt – und seine Gegenwart als Dauerthema bei der Nationalelf.

Das letzte Mal, als Manuel Neuer im Bernabéu-Stadion ein Spiel analysiert hat, hat er die wartenden Fußballreporter mit einem sprachlichen Bild beschenkt. Ein „minimaler Maulwurf“ sei der Grund gewesen, warum ihm der Ball damals, im Mai 2024, nicht gegen die Brust, sondern gegen das Kinn gesprungen sei. Und damit eben auch ein Platz- und kein Torwart-Fehler entscheidend dafür gewesen sei, dass er mit dem FC Bayern dort gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League ausgeschieden ist. Alle, die das anders sehen, so sagte Neuer das durch die Blume, seien eben blind wie ein ..., genau.

Als Neuer am späten Dienstagabend wieder in der Interviewzone des Bernabéu stand und ein Champions-League-Spiel zwischen Madrid und München analysierte, dieses Mal im Viertelfinale, ist er von denselben wartenden Fußballreportern mit einer Frage, nun ja, beschenkt worden. Sie fragten gar nicht so sehr durch die Blume, ob Neuer nach diesem Spiel nicht die deutsche Nummer eins bei der Weltmeisterschaft werden müsse.

Und Neuer antwortete: „Das war ein sensationelles Spiel heute. Da reden wir doch nicht über die Nationalmannschaft.“ Aus Manu, dem Maulwurf, ist für einen Moment Manu, der Frechdachs, geworden. Warum über die Nationalmannschaft reden, wenn man doch über die Besten reden kann?

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Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der 40-jährige Manuel Neuer in Madrid mit seinen Händen an Bälle gekommen ist, die sonst kein Torhüter in Deutschland erreicht hätte. Und weil es ganz grundsätzlich ja schon so sein sollte, dass in der Nationalmannschaft die Besten spielen, wird es immer berechtigterweise einen Fragesteller geben, der die Finger nicht davon lassen kann.

Da kann der Bundestrainer noch so oft mit – bildlich gesprochen – erhobenem Zeigefinger daran erinnern, dass es doch Neuer gewesen sei, der von sich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sei. Stimmt. Und weil das stimmt, darf das Fazit nach einem solchen Auftritt wie am Dienstag auch einfach einmal so lauten: dass das ein großes Spiel eines großen Torhüters war.

„Wie ein Schnupfen da unten an der Wade“

Was auch stimmt: In Madrid konnten sich die Bayern auf einen Torhüter verlassen, der gerade herauszufinden versucht, wie sehr er sich eigentlich auf seinen Körper verlassen kann. Im Februar und März hat er erst einen Muskelfaserriss und dann noch einen Muskelfaserriss in der linken Wade erlitten. Das ist die Wade, die ihn nicht erst seit dieser Saison immer wieder stoppt. Auch wenn Neuer zu den neuen Verletzungen nun folgende Selbstdiagnose stellte: „Das waren so Sachen wie ein Schnupfen da unten an der Wade.“

Irgendwann in den nächsten Tagen und Wochen wird Neuer entscheiden, ob er seinen Vertrag beim FC Bayern für eine weitere Saison verlängern will. Dass er das darf, steht außer Frage. Der Verein würde sich wünschen, dass das Jobsharing zwischen Jonas Urbig und ihm noch eine Saison weitergeht.

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Und obwohl er sich schon auch wünschen würde, dass der Teilzeit-Neuer nicht noch einmal das Gehalt des Vollzeit-Neuers verlangt, hat sich am Dienstag gezeigt: Die Bayern wissen, dass ihr 40 Jahre alter Torhüter inzwischen immer auch mal für einen minimalen Maulwurf gut sein kann, aber dass sie ihn mindestens in dieser Saison noch für etwas anderes brauchen – den maximalen Erfolg.

Christopher MeltzerSportkorrespondent in München.

Sportkorrespondent in München.


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