menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Lamborghini und Literatur

12 0
28.03.2026

Geldanlage der Fußballer : Lamborghini und Literatur

Erst wenn Goldsteak, Dubai und der letzte AMG abgehakt sind, bleibt die bange Frage: Wohin mit dem Geld? Erling Haaland beantwortet sie unerwartet – mit 1,3 Millionen Kronen für ein Buch von 1594.

Die Inszenierung der Speerspitze der Besserverdiener als Speerspitze der proletarischen Revolution hat bedauerlicherweise stark nachgelassen, seit der Profifußballspieler Paul Breitner seine Mao-Bibel aus der Hand gelegt hat.

Im 21. Jahrhundert extrahiert die Elite der Fußballarbeiterklasse aus den Produktionsmitteln so viel Gewinn, dass mancher kaum weiß, wohin mit dem Schotter, wenn der Lamborghini-Katalog nichts mehr zu bieten hat. Erst wenn der letzte AMG bestellt, das letzte Goldsteak gegessen und der letzte Dubai-Flug gecancelt ist, werden sie feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

Wohin also damit? Nicht zur Bank. Sondern in die Bücherei. Dort, also in der städtischen Time Bibliotek in Bryne wird künftig die Mattis-Størssøn-Ausgabe der Kongesagaer, der Sagen der Wikingerkönige zu sehen sein, die Erling Haaland und sein Vater Alf-Inge jüngst für 1,3 Millionen norwegische Kronen (118.000 Euro) ersteigert haben.

Gemeinsam mit VaterErling Haaland kauft Buch für 120.000 Euro

Chronik zur Fußball-WM 1974Rufe nach Netzer und DDR-Premiere

Ribéry über Goldsteak„Ich mache in meinem Privatleben, was ich will“

Damit haben sie das Werk von 1594 zum teuersten norwegischen Buch gemacht – und wollen Kinder zum Lesen anregen. „Ich war nie der große Leser“, sagt Erling Haaland. Macht nichts. Paul Breitner war ja auch nicht Maoist.

Christoph BeckerStellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

Automobili Lamborghini


© Frankfurter Allgemeine