Industrie im Trockenstress
Gefahr durch Niedrigwasser : Industrie im Trockenstress
Wer den Klimawandel nicht bekämpft, muss lernen, mit seinen Folgen zu leben. Die Dürre wird zu einer Herausforderung für die gesamte Wirtschaft.
Ohne Wasser gibt es keine Chemie. Es ist kein Zufall, dass sich die größten Chemie- und Pharmaunternehmen Europas am Rhein angesiedelt haben: Roche, Novartis und Lonza in der Schweiz, BASF, Bayer, Evonik, Lanxess, Covestro in Deutschland. Auch die Geschichte von Hoechst wäre ohne einen Fluss, den Main, nicht denkbar gewesen. Das Wasser sichert Kühlung, Dampf und den Transport der Rohstoffe. An dieser Logik hat sich seit den Gründungen vor teils mehr als hundert Jahren nichts geändert. Was sich ändert, ist der Fluss.
Der Rheinpegel fällt dieser Tage auf den tiefsten Stand seit Beginn der Messung. Kaub, ein Örtchen unterhalb der Loreley, erlangt traurige Berühmtheit, weil die Fahrlinie so flach ist wie nirgendwo sonst auf dem Rhein. Wenn der Rhein dort trockenfällt, kommen keine Schiffe mehr durch. Süddeutschland und die Schweiz sind dann von den Häfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen abgeschnitten. Wer bedenkt, dass der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen, auf dem größten Chemieareal der westlichen Welt, 40 Prozent seiner Güter über den Fluss transportiert, drei eigene........
