Der Staat ist kein Ernährungscoach
Zuckersteuer : Der Staat ist kein Ernährungscoach
Zucker gilt als Sündenbock, die Steuer als Heilmittel. Doch sie soll vor allem die Staatskasse füllen und droht zugleich neue Bürokratie zu schaffen – bei ungewissem gesundheitlichem Nutzen.
Die Bundesregierung will die Bürger gesünder machen, indem sie gezuckerte Getränke verteuert. Das ist zumindest der Plan. Doch eine Zuckersteuer löst das Problem ungesunder Ernährung nicht. Sie belastet die Bürger nur, während der Nutzen für das Gesundheitssystem mehr als fraglich bleibt.
In Zeiten leerer Staatskassen scheint die Steuer Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gerade recht zu kommen. Schließlich ist Ernährung in aller Munde, und Zucker gilt längst als Sündenbock für gesundheitliche Probleme. Da erhofft man sich Zustimmung für die Steuer bei den Bürgern.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
Der jüngste Gesetzentwurf zeigt aber: Nicht die Gesundheit der Bürger steht im Fokus, sondern zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt. Nebenbei soll die Steuer Hersteller anregen, ihre Rezepturen zu ändern. Von einer Entlastung des Gesundheitssystems ist keine Rede; zudem sind Steuereinnahmen ohnehin nicht zweckgebunden. Glaubwürdiger macht man sich damit nicht.
Eine Zuckersteuer macht nicht unbedingt gesünder oder........
