Was aus Amerika geworden ist
250. Geburtstag : Was aus Amerika geworden ist
Die Vereinigten Staaten sind in schlechter Verfassung – aber auf ihre Verfassung können sie bauen. Auch nach 250 Jahren noch. Auch nach Trump.
Wären die Gründerväter am 250. Geburtstag stolz auf ihre Vereinigten Staaten? Nur ein knappes Fünftel der Amerikaner glaubt das. Die Männer, die in der Unabhängigkeitserklärung das unveräußerliche Menschenrecht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück verankerten, wären vielmehr „enttäuscht zu sehen, was aus den USA geworden ist“. Selbst unter den Republikaner-Anhängern sieht das, so die Gallup-Erhebung, in der zweiten Trump-Präsidentschaft nur jeder Vierte anders.
Vielleicht waren die Amerikaner noch nie so pessimistisch. Doch die Gründerväter wären wohl in vielen Momenten der Geschichte mindestens so erschrocken gewesen. Vergeblich hatten sie zu verhindern versucht, dass sich Parteien bilden. Bei denen handelte es sich beinah zwei Jahrhunderte lang zwar eher um heterogene Wahlvereine als um ideologisch getriebene Kampfverbände. Doch die Vision einer Republik, in der weise (und weiße) „Aristokraten“ mit Bedacht und Ausgleich das Gemeinwohl förderten, zerbröselte spätestens in der populistischen Aufwallung, die 1829 Andrew Jackson ins Weiße Haus trug. Das Zeitalter des „einfachen Mannes“ war angebrochen. So war das nicht gedacht gewesen!
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