Eine Berliner Kulturkatastrophe
Wedl-Wilsons Rücktritt : Eine Berliner Kulturkatastrophe
Sarah Wedl-Wilsons Rücktritt als Kultursenatorin markiert den endgültigen Bankrott der Berliner Kulturpolitik. Der einzige Gefallen, den die Regierung Wegner der Kultur jetzt noch tun kann, ist ihr Abgang.
Man habe kein Glück gehabt, und dann sei auch noch Pech dazugekommen, lautet ein geflügeltes Wort im Fußball, wenn eine Mannschaft ein wichtiges Spiel verloren hat. Im Fall der Berliner Kulturverwaltung der letzten drei Jahre muss man sagen, dass sie von vornherein glücklos agiert, aber durch Unfähigkeit, professionelles Desinteresse und zuletzt fahrlässige Nachgiebigkeit gegenüber politischem Mobbing ihr eigenes Ressort ruiniert hat. Oder wie soll man es sonst nennen, was der CDU-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus Dirk Stettner und sein Parteikollege Christian Goiny mit dem Kultursenator Joe Chialo und vor allem mit seiner Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson veranstaltet haben?
„Wir als Fraktion erwarten, dass alle vorliegenden Bescheide in der kommenden Woche bewilligt werden . . . räume das leidige Thema doch heute endlich ab . . . Saboteure müssen wir ins Abseits stellen!“ So lauten einige Nachrichten aus dem vom „Tagesspiegel“ veröffentlichten Chatverlauf, in dem Stettner und Goiny die Förderbewilligung für dreizehn von ihnen selbst vermittelte Kulturprojekte gegen Antisemitismus bei Wedl-Wilson anmahnten. Mittlerweile ist ein........
