Fischstäbchen, Raiffeisen, Flüssiggas: Auch ohne Orbán lähmt die EU ihre Russland-Sanktionen
Wer Fischstäbchen liebt, muss jetzt sehr tapfer sein. Der „Alaska-Seelachs“, aus dem die frittierten Trümmerln großteils bestehen, ist nämlich weder aus Alaska noch ein Lachs. Vielmehr handelt es sich um einen Fisch aus der Familie der Dorsche, wie jeder, der ein Auge darauf wirft, was auf seinem Teller liegt, recht rasch erkennen dürfte. Und er stammt fast ausschließlich aus Hoheitsgewässern der Russischen Föderation. „Alaska“ klingt natürlich schicker als „Kamtschatka“, und „Lachs“ edler als „Dorsch“.
Am 10. Juni hatte Ursula von der Leyen angekündigt, dass im Rahmen des 21. Sanktionenpakets der EU gegen Russlands Angriffskrieg erstmals auch die russische Fischerei ins Visier geraten werde. „Wir zielen auf einen der letzten großen nicht sanktionierten Sektoren: die Fischerei. Wir schlagen deutliche Einschränkungen für die Einfuhr mancher Fischereiprodukte vor, und ein komplettes Verbot für andere, einschließlich Kabeljau“, ließ von der Leyen mitteilen.
Deutscher Dorschhunger
Fünf Wochen später ist davon keine Rede mehr. Von der Leyen hat die Rechnung nämlich ohne den Wirt gemacht – beziehungsweise ohne die deutsche Lebensmittelindustrie. Im Jahr 2025 importierte Deutschland laut Kommission russische Fischereiprodukte im Wert von 284........
