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Wenn der Boden unter den Füßen wegbricht

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31.07.2026

Die schlimmsten Krisen sind diejenigen, bei denen einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird – und zwar sowohl im übertragenen als auch im wortwörtlichen Sinn. Deswegen wirken Erdbeben auch so unheimlich. Das Gefühl des Kontrollverlusts ist hier besonders stark, weil mit dem Halt auch ein grundlegendes Vertrauen in die Stabilität des Lebens wegbricht. Nicht von ungefähr lehnen wir alles ab, was auf Sand gebaut ist.

In Wien trat dieser Ernstfall vor genau einem halben Jahrhundert ein: Am 1. August 1976 kollabierte die Reichsbrücke und riss einen Fahrer mit in den Tod. Es war ein großes Glück, dass sich diese Katastrophe an einem frühen Sonntagmorgen ereignete, als der Verkehr dünn war. Ansonsten hätte Wien das Schicksal von Genua blühen können, wo vor acht Jahren beim Absturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen starben.

Der Wegfall der wichtigsten Donauverbindung traf die Bundeshauptstadt........

© Die Presse