Winter in der Stadt
Eine norddeutsche Großstadt und Schnee – das kennen wir von früher. Das hat mit unserem heutigen Leben eigentlich nicht mehr viel zu tun. Vor allem zu Zeiten, in denen sich Menschen so positionieren, dass sie zwischen Wetter und Klima nicht mehr unterscheiden und dies auch nicht wollen.
Aber auf einmal ist er da. Ein richtiger Winter. Es ist rutschig auf Bahnsteigen. Familien organisieren Events, die sie eigentlich ausschließlich aus ihrer Kindheit kennen.
Ich schaue hinaus auf die Stadt. Durch schlecht abgedichtete Fenster hört man die Geräusche der Straßen und Wege. Das Rauschen so bekömmlich leise wie unter einer Käseglocke. Reifen greifen in den Schnee. Es knirscht. Erwachsene Menschen tragen Kopfbedeckungen aus ihrer Jugend und unterhalten sich leise – ganz leise. Unterbrochen ist diese beinahe komplette Stille von Blaulichteinsätzen. Über dem gleißenden Schnee leuchtet das Blau heller und greller als sonst. Die Feuerwehr ist mit Rohrbrüchen beschäftigt. Freiwillige befreien die Tribünen im Millerntor-Stadion für ein Testspiel gegen die „Schneefreunde“ aus Bremen.
Wie üblich bei jedem kleinen Wetterwechsel in dieser Großstadt, bricht erst einmal der ÖPNV in Gestalt des HVV ein wenig zusammen. Dann besinnt man sich und fasst den Entschluss, per Lautsprecher im Halbminutentakt die Menschen zu informieren, was alles passieren könnte. Man lässt auf Zugstrecken erst einmal nur einen Pendelverkehr zu, nach Vorbild eines Metronoms, der z.B. „Schneefreunde“ aus........
