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Zwischen Himmel und Erde herrscht Krieg

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25.02.2026

Als ich am 24.02. aufwache, den Laptop hochfahren lasse, Nachrichten mitbekomme und sie dann erst begreife, sackt meine Welt in sich zusammen, behält aber ihren Schein. Die Maschine misst Kaffee ab, gluckert im Inneren, sondert den Kaffeesatz ab. Ich wecke meine Kinder, sage alltägliche Worte, aber meine Welt wird in Schutt und Asche gelegt, langsam wie im Kino. Von außen ist mir fast nichts anzumerken. Ich fahre zur Arbeit dank einer Trägheitskraft, als ob nichts wäre, aber da ist das Nichts. Es schaut mich an, gleichgültig und mit ein wenig Ekel.

In dieser Zeit sitzt mein Vater im Keller seiner Garage, seine Frau Valja mit ihm, auch ihre Tochter Olena (meine Schul­kameradin), mit ihren drei Hunden und vier Katzen. Oder ist es umgekehrt? Valjas Sohn, ein Offizier, meldet sich ab und zu per SMS mit einem „noch am Leben“ und geht wieder offline. Sie beruhigen mich, wenn ich sie endlich, dumm vor Angst, erreiche. Zurück aus dem Keller frühstücken sie Rührei mit reichlich Speck. Zwiebeln dürfen auch nicht fehlen. Sie lächeln: „Alles wird gut.“ Mein Vater grinst: „Hätt’ nie gedacht, dass die Hunde so furzen.“ Valja lacht: „Ich? Weg? Nur über meine Leiche.“ Olena lacht nicht, aber ihre Stimme ist munter. Zu munter. Am Ende zögern wir, zögern wir, zögern, das Fenster des Smartphones zu schließen.

In dieser Zeit bricht Tanja mit ihren zwei Kindern auf, sie soll die Kinder über die Grenze schaffen, ich werde sie auffangen. Es ist aber zu spät, der Raketenbeschuss ist mittlerweile flächendeckend. Sie bleibt in der Stadt, bei den Eltern. Sie sagt: „In der U-Bahn sind wir eigentlich sicher.“ Ich habe eine Karte für einen Vortrag, es geht um die Korrektur des falschen Essverhaltens. Wut überkommt mich, ich kann den Alltag hier nicht mehr rechtfertigen, so selbstgefällig, komfortabel-verwöhnt, zynisch-theoretisierend er doch ist. Ich muss mich mit viel Mühe auf die Arbeit konzentrieren, sie verliert nun endgültig ihren Sinn. Wobei doch nicht ganz – ich brauche das Geld, um es in die Ukraine zu schicken, weil Tolik für seine Verteidigungseinheit dringend taktische Handschuhe benötigt. Ich brauche es, weil hier geflüchtete Familien angekommen sind und auch Hilfe brauchen.

„Solidarität wird von einer Lösung zur einzig möglichen Lebensform.“ Gottseidank, zu dieser Zeit fragt mich meine Chefin: „Brauchst du Urlaub?“ – „Ja, unbedingt.“ Ein guter Freund gibt mir den Schlüssel seines Lagerhauses, in dem nun innerhalb einer Woche Hilfsgüter gesammelt werden, so viel, dass täglich ein Lkw benötigt wird, um vieles in Richtung Grenze zu bringen, um anderes direkt im Lager an........

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