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Sprachensterben schwer gemacht

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24.05.2026

In der letzten Woche hat mein Kolumnisten-Kollege Heinrich Schmitz einen seiner älteren Beiträge von 2022 auf Facebook wieder gepostet. Darin ging es um das Aussterben von Kölsch. Und ich dachte – das ist ja interessant, das passt zu meinem Vorhaben an diesem Wochenende. Und davon werde ich jetzt erzählen.

Ich habe in dieser Kolumne schon öfter durchscheinen lassen, dass ich aus Siebenbürgen (Rumänien) stamme und mich das durchaus geprägt hat, wenn ich auch das Nationaltümelnde, das manchmal mit dieser Abstammung mitkommt, deutlich ablehne. Es ist nicht so, dass ich den alten Zeiten und Orten so nachhänge, das ich meine Gegenwart und mein Dasein in Deutschland vernachlässige. Ich fühle mich pudelwohl als Deutsche hier und sehe meine Herkunft nicht so sehr als „Heimat“, sondern eher als Bereicherung und Wiege meines Seins, einen Schatz, aus dem ich schöpfe, aber eben für mein Hier und Jetzt.

Siebenbürgische Herkunft als Erfahrungsschatz

Siebenbürgen, wo ich herkomme, ist eine Vielvölkerregion, anders als Deutschland in seinem Selbstverständnis. Darauf führe ich zurück, dass Deutsche sich etwas schwertun mit der Vorstellung, dass jemand auf dem Schulhof türkisch sprechen kann, ohne Probleme bei Deutschaufsätzen zu haben. Ich helfe gerne beim Perspektivwechsel, denn ich habe das von der anderen Seite erlebt, wenn man mich in dem Bus in Rumänien anfuhr, was mir einfällt, ein für die anderen unverständliches Deutsch zu sprechen! Absurd, nicht? Natürlich könnte man einwenden, dass meine Volksgruppe in Siebenbürgen auf eine 850 Jahre alte Siedlungszeit zurückschauen kann, nicht diese gerademal 3-4 Generationen Türken – aber das wird dann unschön. Schließlich werde ich selbst hier in Deutschland als 1. Generation mit Migrationshintergrund gehandelt – wieder ein Perspektivwechsel.

Wieso eigentlich „Deutsch“?

Und mit dem „Deutsch“ verhält es sich allerdings auch kompliziert. Wenn ich in Rumänien im Bus Deutsch sprach, dann war das schon eine Anomalie, denn eigentlich sprachen die Siebenbürger Sachsen unter sich eben Siebenbürgisch Sächsisch. Eine eigene Sprache oder ein Dialekt, je nach linguistischer Vorgabe, aber selbst in mehr als 100 verschiedenen Dialekten unterteilt, so dass ich schon im Nachbarort eine ganz andere Lautfolge hören konnte, womöglich sogar spezielle Idiome, die bei uns unüblich waren. Meine Geburtsstadt Mediasch liegt ca. 50 km von Hermannstadt entfernt, und Hermannstädter Sächsisch wird im Allgemeinen als Hochsächsisch gehandelt. (Ich werde im Folgenden wenn ich über „Sächsisch“ spreche, das „Siebenbürgisch Sächsisch“ meinen, nicht das aus Ostdeutschland). Die Mediascher waren ganz nah dran, ziemlich bereinigt von den fast barocken Schnörkeln der Vokalfolgen, wie es etwa im Herkunftsdorf meiner Oma, in Durles, gesprochen wurde.

Wenn ich mich auf die Informationen auf Wikipedia und im Internet zu dem Thema ein wenig verlassen kann, dann ist das siebenbürgische Sächsisch ein sogenannter „Ausgleichsdialekt“, also eine mittelnde Sprache, auf die man sich quasi einigen kann. Diese vorhin erwähnte 850 Jahre Siedlungsgeschichte ist ja nicht ohne Nachwirkungen darauf – das bedeutete, dass sowohl die Herkunft der ersten Siedler nicht ganz homogen war, als auch in dieser........

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