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Noch viel zu tun zwischen Mann und Frau

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07.07.2026

Ob Patriarchat oder Matriarchat, oder ob überhaupt eines davon heute „vorherrscht“ – das kann ich nicht sagen, ich halte diese inzwischen überstrapazierten Begriffe lediglich von symbolischer Bedeutung, damit man sich auf etwas beziehen kann, wie man es ungefähr, so richtungsmäßig meint. Ob diejenigen, die diese Begriffe anders, ernster, mit Bedeutung gefüllt, verwenden, das tatsächlich genau und präzise durchdacht tun, oder es eher das Gefühl von Druck und Angst und ominösem Unwohlsein ausdrücken soll – das sei erstmal dahingestellt.

Kein Patriarchat – kein Matriarchat

Im Grunde ist es schon richtig, es anzuzweifeln, dass wir in einem „echten Patriarchat“ leben, zumindest hier und heute, „im modernen Westen“, im liberalen globalen Norden, sozusagen. Doch in einem könnte man sich wahrscheinlich sehr einig sein – ein Matriarchat ist es nicht. Wir haben weder eine weibliche Abstammungslinie (maximal haben wir die männliche zur Unkenntlichkeit reduziert), noch ist das Muttersein etwas, das über Ökonomie und Gesetzlichkeit herrscht, dass alles andere dagegen abfällt.

Parität noch lange nicht stabil

Worüber wir diskutieren könnten, ist, wo es noch patriarchale Momente, Muster, Residuen, Elemente etc. in der Gesellschaft und in den staatlichen Strukturen gibt. Ebenso könnten wir noch darüber diskutieren, ob die Egalität und Parität im realen Miteinander und in der Gesetzgebung, die wir bisher errungen haben, so stabil und irreversibel sind, dass es nicht nur einen Präsidenten oder eine Partei in der Regierung später braucht, um Frauen fundamentale Rechte zu entziehen.

Wenn ein Blick über den Atlantik genügen sollte, dass innerhalb einer Legislaturperiode demokratische Gewissheiten, die über ein Vierteljahrtausend gewachsen sind, nichts mehr wert sind. Wenn es nur ein entsprechendes Narrativ, Religionsdruck, nationalistische Tendenzen, genug Reichweite, und eine manipulierte Wahlbevölkerung braucht, dass liberale Werte des 21. Jahrhunderts um 100 Jahre zurückgeworfen werden. Wenn wir eine rasante Destabilisierung von wissenschaftlichen Allgemeinkenntnissen über das Internet erkennen. Wenn wir alles dieses sehen, wie können wir da wirklich behaupten, dass es ein stabiles Erreichtes gibt, das weder Energie noch Engagement mehr braucht?

Grundsätzlich: Wann ist das Ziel erreicht?

Ich halte es für richtig, einer Forderungsbewegung, wie es der Feminismus ist, ein paar Fragen zu stellen: Wann ist eure Forderung erfüllt? Wenn ihr euer Ziel als erfüllbar und realistisch........

© Die Kolumnisten