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Olympische Bilanz: Das war zu wenig für die Skination

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23.02.2026

Die 25. Olympischen Winterspiele gingen am Sonntag aus österreichischer Sicht mit einer achtbaren Ausbeute zu Ende. Das Österreichische Olympische Comité schloss im Medaillenspiegel auf Rang neun ab, verbuchte 18 Medaillen, fünf in Gold, acht in Silber, fünf in Bronze. Damit hat man gleich viel wie in Peking 2022 – wenn auch zwei Titel weniger – geholt. Erfolgreicher war Österreich nur 2006 in Turin (23) sowie 1992 in Albertville. Mit der Sportnation Norwegen konnte man erwartungsgemäß nicht mithalten, der Primus hat 41 Medaillen (davon 18 in Gold) und damit exakt gleich viel wie Österreich und die Schweiz zusammen gesammelt.

Resümee: Österreich ist eine Snowboard-, Rodel- und schon auch noch Skination. Jeweils vier Medaillen bestätigen das. Allerdings wurde das Schwächeln in den alpinen Kerndisziplinen Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf und Slalom mit Gold (Frauen) und Silber (Männer) in den Teamkombinationen kaschiert. Überraschendes Slalom-Silber von Fabio Gstrein und Super-G-Bronze von Cornelia Hütter kamen dazu, doch die Männer ließen just in ihrer stärksten Disziplin, im Super-G aus, und auch die vermeintlich aussichtsreichste Medaillenhoffnung Julia Scheib konnte im Riesentorlauf nicht liefern.

Insgesamt wäre der Anspruch ein anderer. Die bittere Wahrheit lautet: Österreich ist längst nicht mehr die Skination vergangener Tage, schon gar nicht die Skination Nummer eins. Die Schweizer haben 23 Medaillen gewonnen, davon neun in der Skifahrt und damit mehr als doppelt so viele wie Österreich. Unter den Erwartungen geblieben sind auch die Skispringer. Immerhin konnten die Adler mit Gold im Super-Teambewerb ein veritables Debakel gerade noch abwenden.

Erfreulich ist, dass die Medaillen in sieben Sparten gesammelt wurden. Bedenklich aber ist, dass fünf Medaillen in Bewerben – Parallelrennen der Snowboarder und Nordische Kombination – geholt wurden, die in vier Jahren vielleicht nicht mehr auf dem Programm stehen werden.

Hinsichtlich der Spiele 2030 in Frankreichs Alpen droht weiteres Ungemach. Leistungsträger wie Vincent Kriechmayr, Manuel Feller, Hütter, Janine Flock (Skeleton-Gold) oder auch Benjamin Karl (Snowboardgold) werden dann fehlen. Ein Generationenwechsel ist unabdingbar. Doch wer soll die vielen Lücken füllen, wenn die Versäumnisse im Nachwuchsbereich der vergangenen Jahre offensichtlich noch weiter nachhallen? (Thomas Hirner, 22.2.2026)

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