Berlin vor dem Linksbündnis: Ob sie Gemeinsamkeit können, müssen die Sondierer erst noch beweisen
Auf eins können sich alle verständigen. „Wir schaffen neuen Zusammenhalt und mehr Gemeinsamkeit“, heißt es in der Präambel. „Es geht darum, den sozialen Ausgleich in unserer Stadt zu bewahren und zu fördern, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und eine hohe Lebensqualität für alle zu erreichen.“ Berlin wird als „Stadt mit Chancen für alle“ und „Stadt der Vielfalt“ beschrieben und eine „Politik des Zusammenhalts und des Respekts“ beschworen.
Was CDU und SPD unter Kai Wegner ihrem Koalitionsvertrag vorangestellt haben, könnten dreieinhalb Jahre später auch Linke, Grüne und SPD genau so unterschreiben. „Mehr gemeinsam, mehr Berlin“ haben sie ihr Sondierungspapier betitelt. Auch darin ist viel von Zusammenhalt die Rede. „Gerade jetzt braucht es eine verbindende Politik, die die Menschen zusammenbringt, die gesellschaftliche Spaltungen überwindet und die Gemeinschaft stärkt“, schreiben die potenziellen Koalitionäre.
Ob sie das einlösen können, müssen sie erst noch beweisen. Das gilt vor allem für die führende Kraft eines möglichen Bündnisses: Die Linke hat sich durch ihre strategische Positionierung als Bewegungspartei in eine Situation manövriert, die eher........
