Deutschlands marode Bahn: Verkehrsminister Schnieder muss den Zugverkehr neu ordnen
Die meisten Bürger verbindet mit der Deutschen Bahn eine Hassliebe. Eigentlich wären sie ja gerne stolz auf ihre Bahn, wenn diese sie nicht ständig enttäuschen würde. Für Verkehrsminister ist das misslich. Wie macht man aus diesem maroden Staatskonzern nur ein Gewinnerthema?
Die meisten Amtsinhaber beantworteten diese Frage mit einer großen Vision: Retten sollte die Bahn in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem ein Börsengang (Schröder-Ära), der Deutschlandtakt (Andreas Scheuer) oder die Generalsanierung von 40 Hauptstrecken bis 2030 (Volker Wissing).
Dass sich das marode Schienennetz so schnell nicht sanieren lässt, zeigt sich immer deutlicher. Inzwischen sollen die Generalsanierungen erst 2036 fertigwerden. Sie sind zudem – anders als zunächst suggeriert – kein Wundermittel, um auf einen Schlag nicht nur kaputte Gleisanlagen auszutauschen, sondern auch noch die Kapazität zu erhöhen und die Bahntechnik ins 21. Jahrhundert zu befördern.
Dieses Baugeschehen ist vielmehr zäh und dabei geht viel schief. Dass die ICE nach der Fertigstellung der Strecke Berlin–Hamburg zunächst fünf bis zehn Minuten länger als geplant brauchen werden, ist dafür nur der jüngste Beweis. Längst stellt sich deshalb die Frage, ob das Konzept der Korridorsanierungen fortgesetzt werden sollte.
Caspar Schwietering berichtet bereits seit 2019........
