Iran | Kommt es jetzt wirklich zur Revolution im Iran – 1979, nur unter umgekehrten Vorzeichen?
Karl Marx behauptete, Geschichte würde sich zweimal ereignen; das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce. Demnach könnte Iran nach der Tragödie der Islamischen Revolution auf dem Weg zur royalen Farce sein.
Ausgerechnet der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, ruft die landesweit Demonstrierenden in Iran zum Sturz des Mullah-Regimes auf. Wie vor 46 Jahren treibt es eine wachsende Zahl von Menschen aus wirtschaftlicher Not und politischer Wut auf die Straße. Und das Regime reagiert mit Internetsperren und eskaliert mit Gewalt. Wiederholt sich hier Geschichte?
Die Islamische Revolution war erfolgreich, weil sie mit Ayatollah Chomeini eine charismatische Führungsfigur besaß, hinter der sich eine sozial und politisch breit gefächerte Oppositionsbewegung versammeln konnte. Unter der grünen Fahne der schiitischen Geistlichkeit, über ihr Netz von Moscheen hervorragend organisiert, fanden protestierende Bauern ebenso Platz wie Tagelöhner aus den Elendsvierteln der Großstädte, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Intellektuelle, und am Ende auch Teile des Militär- und Sicherheitsapparates. Entscheidend aber war: Die Basar-Händler schlugen sich auf die Seite der Mullahs und gaben ihnen so auch finanziellen Rückhalt.
Diese Revolutions-Geschichte scheint sich gerade unter umgekehrten Vorzeichen zu wiederholen. Die jüngsten Proteste haben........
