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Erwägt Donald Trump einen Enthauptungsschlag gegen Ali Chamenei?

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12.01.2026

Dass sich eine Protestwelle über Tage hinzieht, passiert nicht zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte Irans. 2009 erschütterte die grüne „Where is my vote“-Bewegung nach der offensichtlich manipulierten Wiederwahl des radikal-populistischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die Islamische Republik in ihren Grundfesten. 2022 sah sich das Regime mit Demonstrationen der Frau-Leben-Freiheit-Bewegung nach dem gewaltsamen Tod der Aktivistin Mahsa Amini konfrontiert.

Beide Male stand – zumindest in der medialen Wiedergabe – das Ende der Mullah-Herrschaft zur Debatte, doch fiel ein Machtwechsel jeweils aus, weil der Aufruhr unterdrückt und ausgesessen wurde.

Worin besteht der Unterschied zu dem, was jetzt im Iran passiert? Das Internet ist gesperrt, die Nachrichtenlage unsicher, aber das Land nicht völlig isoliert. Es gibt Flugverkehr, die Grenzen sind passierbar, auch Telefonverbindungen sind möglich. Daher weiß man, dass die Proteste noch nicht das Ausmaß von 2022 erreicht haben. Aber das kann sich schnell ändern, trotz martialischer Warnungen aus der Teheraner Führung.

Der Sohn des von der Islamischen Revolution 1979 gestürzten Schahs hat auch 2009 und 2022 aus seinem US-Exil zum Widerstand aufgerufen. Im Unterschied zu damals, finden die royalen Appelle aus Maryland heute weltweit Gehör und mediale Aufmerksamkeit. Warum? Weil es eine schöne Geschichte wäre? Ganz sicher.

Zugleich, weil es im Iran derzeit keine politische Führungsfigur oder geistig-moralische Instanz gibt, hinter der sich der Widerstand auf kleinstem gemeinsamen Nenner zum Sturz des Mullah-Regimes versammeln könnte.

Rezah Pahlevi jr. wäre für diese Rolle durchaus prädestiniert. Gerade weil er zu Hause keine Machtbasis hat. Aber er könnte, anders als der einstige Revolutionsführer Ayatollah Khomeini am 1. Februar 1979, nicht als „normaler“ Passagier per Linienflug in........

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