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1. FC Union Berlin: Wurde Leopold Querfeld von einem HSV-Profi veralbert?

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15.02.2026

Das Rückspiel des 1. FC Union Berlin beim Hamburger SV hatte eine ganze Menge zu bieten. Beim 3:2-Sieg der Gastgeber fielen nicht nur fünf Treffer, es ereignete sich auch eine Szene für jeden Jahresrückblick. Andrej Ilic lief nach einem Patzer von HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes alleine in Richtung des leeren Tores, schoss den Ball aber vorbei.

Solche Aufregerszenen, über die man im Nachhinein vortrefflich diskutieren kann, hatte es im Hinspiel Ende September des vergangenen Jahres fast gar nicht gegeben. Da trennten sich die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei torlos vom Aufsteiger. So blieb neben dem seinerzeit verschossenen Elfmeter von Ilic nur eine Sequenz aus der Schlussphase in Erinnerung. Nach einem gestreckten Bein von Fabio Vieira ließ sich Leopold Querfeld theatralisch fallen, obwohl er – in der Wiederholung klar zu erkennen – vom Hamburger gar nicht getroffen wurde.

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Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte dem Mittelfeldspieler trotzdem die Rote Karte, dieser wurde anschließend für zwei Partien gesperrt. Den Zorn der Hamburger bekam aber nicht der Unparteiische, sondern Querfeld ab. Der Österreicher, so der Tenor, habe den Platzverweis absichtlich provoziert.

Ransi stellt Querfelds schwere kopfverletzung aus dem Hinspiel nochmal nach #hsvfcu pic.twitter.com/Pg1yPb3wXb— Timo alleswieimmer (@IamSmiileZ) February 14, 2026

Ransi stellt Querfelds schwere kopfverletzung aus dem Hinspiel nochmal nach #hsvfcu pic.twitter.com/Pg1yPb3wXb

Jetzt, knapp fünf Monate später, hatte Hamburgs Doppeltorschütze Ransford Königsdörffer diese Szene womöglich noch im Hinterkopf. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich hielt er sich beim Jubel den Kopf, als ob ihn irgendwer oder irgendwas dort schmerzhaft berührt hätte. Trainer Merlin Polzin wusste auf der Pressekonferenz nicht wirklich, welchen Ursprung der ungewöhnliche Jubel seines Angreifers hatte. Königsdörffer ließ die Szene selbst auch unkommentiert.

Steffen Baumgart mischt sich ungefragt ein

Gut möglich allerdings, dass er die Rote Karte gegen seinen Mitspieler auf diese Art und Weise nachträglich noch mal veralbern wollte. Union-Trainer Steffen Baumgart mischte sich auf der Pressekonferenz ungefragt auch noch ein. „Würde mich auch interessieren, was das mit dem Hinspiel zu tun haben soll. Also bitte, das ist Fußball. Da sucht ihr aber Geschichten“, entgegnete der dem fragenden Journalisten.

Sportlich betrachtet war Vieira am Sonnabend einer der besten Spieler auf dem Platz. Gemeinsam mit Nicolai Remberg hatte er das Zentrum im Griff, war gleichzeitig Initiator des Ausgleichstreffers. Auf der anderen Seite traf Querfeld für Union, sah bei den beiden Königsdörffer-Treffern allerdings auch nicht gut aus. Ausgleichende Gerechtigkeit, dürften die Hamburger sagen.


© Berliner Zeitung