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Attacke auf jüdischen Studenten Lahav Shapira: Mustafa A. zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt

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13.04.2026

Lahav Shapira ist sichtlich entsetzt, entsetzt über das Urteil gegen seinen Peiniger, entsetzt, dass der brutale Angriff auf ihn nicht antisemitisch motiviert gewesen sein soll. Er sei genervt und auch traurig, dass bestimmte Minderheiten von der Berliner Justiz „sozusagen vor den Bus geworfen werden“ und dass eine Richterin sich offenbar mit dem Thema Antisemitismus nicht beschäftigt habe, sagt der 33-Jährige kopfschüttelnd.

Zuvor hatte die Richterin Sinja Stachrowski Shapiras früheren Kommilitonen Mustafa A. wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Stachrowski sagte in ihrer Urteilsbegründung, die Kammer habe bei dem Angriff auf Shapira kein antisemitisches Motiv feststellen können.

Anders als in der ersten Instanz beim Amtsgericht Tiergarten. Dort hatte der Richter vor fast genau einem Jahr erklärt: „Wenn es kein antisemitisches Motiv war, was denn sonst?“ Mustafa A. war damals in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Dagegen hatte der einstige Lehramtsstudent Berufung eingelegt, am Landgericht musste nun neu entschieden werden.

Was war geschehen: Mustafa A. hatte Lahav Shapira am Abend des 2. Februar 2024  zufällig vor einer Bar in der Brunnenstraße in Mitte getroffen. Er kannte den jüdischen Studenten aus den Gruppenchats für Lehramtsstudenten der Freien Universität (FU), in denen Shapira Administrator war und antisemitische, homophobe und rassistische Posts gelöscht und deren Autoren aus den Chats verbannt........

© Berliner Zeitung