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Klare Ansage beider Fanlager zu Montagsspielen bei Unions Fußballfest gegen Werder Bremen

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23.03.2026

Sportlich betrachtet durften die Fans des 1. FC Union Berlins am Montag einen Abend voller Glücksgefühle verbringen. Die Eisernen boten dem Publikum im Stadion An der Alten Försterei alles, was es sich von einem Fußballspiel wünschen könnte: Tore, Tricks und einen 4:1 (3:0)-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen. 6907 Menschen sahen dem Spektakel zu, die meisten in diesem Kalenderjahr bei Heimspielen der Unionerinnen. Dazu zählten diesmal auch etwa 400 Fans, die extra aus Bremen angereist waren, um ihr Team zu unterstützen.

Werder-Fans mit deutlichem Protest gegen Montagsspiele

Möglicherweise wären es gar mehr gewesen, die den Weg ins Stadion An der Alten Försterei auf sich genommen hätten. Aber: Der Unmut der Bremer Fans baute sich wahrscheinlich schon am 10. Februar, als das Spiel angesetzt wurde, auf und wurde am Montagabend deutlich geäußert. Schon vor dem Anpfiff, als die Werderaner noch nicht ahnten, wie wenig Spaß sie am Spielgeschehen haben würden, hing ein Banner vor dem Auswärtsrang. Darauf stand in wenigen, dafür klaren Worten eine Botschaft: „Fick Montagsspiele“.

Klar, der Montag ist für Stadiongänger kein schöner Termin. Auswärtsfahrten sind, anders als am Wochenende, für viele schwer mit der Arbeit zu verbinden. Familien mit Kindern, eine der Zielgruppen des Frauenfußballs, müssten eine verkürzte Schulnacht in Kauf nehmen, um zum Spiel zu kommen. Schon die ganze Saison über protestieren Fans in allen Stadien der Frauen-Bundesliga deshalb gegen diesen unliebsamen Termin. Auch vor den Eisernen-Rängen hing wieder einmal zu Spielbeginn ein Banner: „Alle vereint – gegen Montagsspiele.“

Ailien Poese teilt die Sicht der Fans

Union-Trainerin Ailien Poese teilte nach dem Spiel die Kritik: „Ich stimme den Fans zu, was Montagsspiele anbelangt: Die sollte es nicht geben.“ Auch Flügelspielerin Hannah Eurlings befand: „Wir spielen viel lieber am Sonntag oder Samstag, dann können auch viel mehr Fans ins Stadion kommen.“

Sportlich gesehen aber hatte Eurlings selbst trotzdem gute Laune an diesem Termin, den niemand will. „Jetzt haben wir am Montag drei Punkte geholt“, lachte sie. Mehr noch: Die Belgierin habe ihr „bestes Spiel für Union gemacht“, sagte die Trainerin über ihre Spielerin. Das 1:0 durch Lia Kamber (18.) hatte die vorbereitet und das 4:0 (78.) selbst erzielt. „Mein erstes Kopfballtor überhaupt“, sagte die Belgierin mit einem breiteLächeln.

Union hat Spaß am Spiel

Über die linke Seite spielte sie mit Judith Steinert das ein oder andere Mal die Werder-Abwehr schwindelig und zeigte dabei das ein oder andere Kabinettstückchen „Es macht viel Spaß mit Judith, weil wir uns auch neben dem Platz gut verstehen“, sagte Eurlings.

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Spielentscheidend war neben Eurlings auch Nadine Böhi. Sie vertrat die kurzfristig ausgefallene Cara Bösl im Tor von Union – und wurde direkt gefordert. Beim Stand von 1:0 gab Schiedsrichterin Miriam Schwermer zurecht einen Handelfmeter für Bremen. Böhi entschied sich früh für eine Ecke – und parierte. Nicht nur den Strafstoß von Larissa Mühlhaus, sondern auch den noch gefährlicheren Nachschuss. Wie sie das gemacht hat? „Am Ende war es völlig intuitiv. Ich habe mir einfach selbst im Kopf gesagt: ‚Steh auf, steh auf, steh auf, so schnell wie möglich.‘ Und ich bin froh, dass ich genug schnell war.“

Bremens Verena Wieder köpfte eine Union-Ecke kurze Zeit später ins eigene Tor zum 2:0 für Union (40.). Lisa Heiseler sorgte noch vor der Pause fürs dritte Union-Tor (45+1). Schon zur Halbzeit durfte das Köpenicker Publikum, das trotz des ungeliebten Termins gekommen war, den Abend also genießen. Daran änderte auch Lena Petermanns Tor zum 4:1-Entstand (85.) nichts mehr. Mehr ließen die Unionerinnen nicht zu und haben bei noch fünf Saisonspielen nahezu uneinholbare 14 Punkte auf den ersten Abstiegsplatz Vorsprung – noch ein Grund zur Freude. Zumindest im Union-Lager.


© Berliner Zeitung