Gift-Gefahr im Paradies: Das riskante deutsche Dünger-Projekt in Mexiko
Finanziert Deutschland Umweltzerstörung, Vertreibung und Rechtsverstöße im Ausland? Das zumindest beklagen Anwohner der Bucht von Ohuira aus dem Bundesstaat Sinaloa im Norden Mexikos. Dort, inmitten eines einzigartigen Feuchtgebiets, wird derzeit eine Ammoniakfabrik gebaut. Bauherrin ist die deutsch-schweizerische Holding Proman AG, die zu den größten Düngemittelherstellern der Welt gehört. Auch das Ammoniak aus Sinaloa soll als Grundlage für Kunstdünger dienen und sowohl in Mexiko selbst genutzt als auch ins Ausland exportiert werden.
Noch ist die Fabrik nicht fertiggestellt. Und ohne Gelder aus Deutschland würde sie das wahrscheinlich auch nie. Von den 1,2 Milliarden US-Dollar, die investiert werden sollen, stammen 860 Millionen von der KfW-IPEX-Bank. Die gehört zu hundert Prozent der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Abgesichert sind die Kredite durch sogenannte Hermes-Bürgschaften der Bundesregierung. So werden wirtschaftliche und politische Risiken für die investierenden Unternehmen minimiert. Letztlich ist es der deutsche Steuerzahler, der das Risiko trägt.
„Für uns bedeutet die Fabrik Zerstörung“
Auch deswegen sagt Melina Maldonado: „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie die Finanzierung zurücknehmen und das Projekt so scheitert.“ Maldonado ist 47 Jahre alt, gehört zur indigenen Gemeinschaft Yoreme-Mayo und kommt aus der Bucht von Ohuira. Ende März ist sie gemeinsam mit Claudia Quintero nach Berlin gekommen, um Druck zu machen. Die Aktivistinnen aus Sinaloa suchen in Deutschland das Gespräch, wollen informieren, die Lage in ihrer Heimat schildern. Gegenüber jenen, bei denen sie die Verantwortung für die Situation Tausende Kilometer entfernt sehen.
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Allen voran sei das die KfW-IPEX-Bank, sagen die Aktivistinnen, denn ohne deren Kredit könnte die Fabrik nicht gebaut werden. Die Gas- und Petrochemie des Westens (GPO), eine Tochter der Proman AG, plant die Fabrik auf einer Fläche von 27 Hektar, direkt an der Bucht. Ab 2027 sollen dort täglich 2200 Tonnen Ammoniak aus Erdgas hergestellt werden. Die Fabrik wäre eine der größten ganz Lateinamerikas. Zwar konnten die indigenen Gemeinden, die an der Bucht leben, den Bau mit juristischen Mitteln über mehrere Jahre verzögern. Seit 2025 geht es allerdings wieder voran.
Heute sei rund die Hälfte der Anlage fertiggestellt, erzählt Claudia Quintero. Sie bezeichnet die Fabrik........
