Rheinland-Pfalz’ erster SPD-Ministerpräsident: Was macht Rudolf Scharping heute?
Was macht eigentlich Rudolf Scharping? Diese Frage stellt sich in diesen Tagen mit fast schon grausamer Note. Während die rheinland-pfälzische SPD nach über drei Jahrzehnten die Staatskanzlei in Mainz räumen muss und eine verheerende Wahlniederlage verdaut, herrscht bei dem Mann, der 1991 das Wunder vollbrachte und die CDU-Regentschaft nach 44 Jahren brach, Funkstille.
Die Berliner Zeitung wollte wissen, wie der erste sozialdemokratische Ministerpräsident des Landes das Desaster bewertet, und kontaktierte dazu die Beratungsfirma des ehemaligen Parteivorsitzenden. Bis Redaktionsschluss lag keine Antwort vor. Vielleicht hat Herr Scharping derzeit einfach keine Zeit für die SPD und ist zu beschäftigt damit, seine Geschäftsbeziehungen nach Fernost zu pflegen.
Kurioser Werdegang: Vom Pazifisten zum Kriegsminister
Es ist jedenfalls eine kuriose Biografie, die da im Rückblick vorbeizieht. Ein Mann, der 1968 fast aus der SPD geflogen wäre, weil er Flugblätter gegen die Anschaffung von Kampfflugzeugen verteilt hatte, nur um Jahrzehnte später als Verteidigungsminister die Bundeswehr in ihren ersten Kampfeinsatz – und das ohne UN-Mandat sowie mit zweifelhafter Deckung durch das Grundgesetz – nach dem Zweiten Weltkrieg zu führen. Der ultimative Beleg für die Dehnbarkeit politischer Überzeugungen.
Wahl-Debakel: Die SPD hat sich links festgefahren – neues Personal hilft da auch nicht
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Scharping, im Westerwald aufgewachsen als das erste von sieben Kindern eines Möbelkaufmanns, schien zeitweise für die ganz große Rolle bestimmt zu sein.........
