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Nicht für alle ist Krieg „weit weg“

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Viele Menschen in Österreich, die Familie im Krieg haben, fühlen sich von der Mehrheitsgesellschaft unverstanden und erleben mangelndes Interesse an ihren Sorgen.

Medien und gesellschaftlicher Diskurs fokussieren oft auf wirtschaftliche Aspekte statt auf das Leid der direkt vom Krieg Betroffenen.

Unterstützung durch das persönliche Umfeld ist für die psychische Bewältigung entscheidend, doch Verständnis und Empathie fehlen häufig.

Sara ist in Wien aufgewachsen, hat aber Familie im Iran.

Osama stammt aus Gaza und studiert seit September in Wien.

Lina wohnt in Wien, ihre Familie in Odessa ist täglich russischen Angriffen ausgesetzt.

Zahraa muss von Wien aus zuschauen, wie ihre Familie im Südlibanon von Israel bombardiert wird.

Viele Menschen in Österreich, die Familie im Krieg haben, fühlen sich von der Mehrheitsgesellschaft unverstanden und erleben mangelndes Interesse an ihren Sorgen.

Medien und gesellschaftlicher Diskurs fokussieren oft auf wirtschaftliche Aspekte statt auf das Leid der direkt vom Krieg Betroffenen.

Unterstützung durch das persönliche Umfeld ist für die psychische Bewältigung entscheidend, doch Verständnis und Empathie fehlen häufig.

Sara ist in Wien aufgewachsen, hat aber Familie im Iran.

Osama stammt aus Gaza und studiert seit September in Wien.

Lina wohnt in Wien, ihre Familie in Odessa ist täglich russischen Angriffen ausgesetzt.

Zahraa muss von Wien aus zuschauen, wie ihre Familie im Südlibanon von Israel bombardiert wird.

Tagtäglich bangen viele Personen hierzulande um die Existenz ihrer Verwandten in Kriegsländern. Gleichzeitig leben sie in einem Land, in dem der Großteil der Bevölkerung ihre Sorgen nicht nachvollziehen kann. Wie unterstützend oder belastend verhalten sich Personen außerhalb dieser Lebensrealität gegenüber Menschen, die betroffen sind? Was macht auch der mediale und gesellschaftliche Diskurs mit Leidtragenden? Die WZ hat mit vier Betroffenen darüber gesprochen.

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Wenn man dann Leute sieht, die das Regime abfeiern, das ist richtig befremdlich.

Sara, 29: „Für manche ist der Spritpreis wichtiger als das Leben der Iraner:innen“

„Ich habe mir ein Umfeld geschaffen, das mich unterstützt, das mich ablenkt, wenn ich es gerade brauche, und ohne dem wäre diese Zeit hundertmal schwieriger. Ich hätte mich sonst selbst isoliert.“ Sara ist in Österreich aufgewachsen, hat aber Familie im Iran und Verwandte hier, die die Unterdrückung des Regimes miterleben mussten. Sie hat sich schon 2022, während der Entstehung der Frau-Leben-Freiheit-Bewegung im Iran, von einigen nichtbetroffenen Bekannten und Freund:innen distanziert. „Das waren Menschen in meinem Umfeld, die nicht nachgefragt haben, wie es meiner Familie im Iran geht, die sich nicht dafür interessiert haben. Die zum Teil genug davon hatten, dass ich ständig darüber spreche. Aber ich kann halt einfach nicht anders“. Auch wenn es banal klinge, „es hilft, mit Menschen darüber zu reden.“

Während der Proteste im Jänner 2026 ging es Sara psychisch nicht gut. Als der Krieg begann, hatte sie einen Zusammenbruch in der Arbeit. Saras Chefin hat ihr damals den Tag frei gegeben. „Man hat es mir auch angesehen, dass ich die Wochen davor geistig nicht anwesend war und nur das Nötigste machen konnte“. Sie glaube aber, dass nicht alle Arbeitgeber:innen so verständnisvoll reagieren. Die Vorgesetzte einer Verwandten habe sich eher Sorgen um die Auswirkungen auf die Menschen hier in Österreich gemacht als um ihre Angestellte, die Familie im Iran hat.

Genau dieses Bild vermitteln auch........

© Wiener Zeitung