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Geeignet für den Job? Die KI sagt „Nein“

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Du hast alle Bewerbungsunterlagen fertig: Lebenslauf, Motivationsschreiben, Foto. Du hast dir echt was überlegt und bist deine Unterlagen mehrmals durchgegangen. Was du nicht weißt: Die KI könnte dich allein deines Fotos wegen von vornherein aussortieren. Weil dein Gesicht laut KI-Analyse aussagt, weder gewissenhaft noch emotional stabil zu sein.

Was wie eine Szene aus einem Sci-Fi-Roman wirkt, ist Realität: Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) anhand von Gesichtsmerkmalen Aussagen über den Charakter dieser Person treffen kann. Und in weiterer Folge darüber, ob diese geeignet für den ausgeschriebenen Job ist – oder nicht.

Konkret haben die Forscher:innen rund 97.000 Fotos von MBA-Absolvent:innen (postgradualer Management-Studiengang) auf der Karriere-Plattform LinkedIn durch die KI auswerten lassen und danach mit dem tatsächlichen beruflichen Werdegang abgeglichen, den die Menschen hinter den Fotos eingeschlagen haben. Das Resultat: Die Persönlichkeitsstruktur, die die KI anhand der Fotos erstellt, ermöglicht Prognosen über den beruflichen Erfolg.

Ganz generell geht es laut Studie um die fünf Persönlichkeitsmerkmale, die sogenannten Big Five, die in der Psychologie schon seit Langem herangezogen werden, um individuelle Unterschiede im Verhalten und Erleben zu erklären. Diese fünf Merkmale sind Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, emotionale Stabilität (Neurotizismus) und Offenheit. Der große Unterschied bei der Methode, diese herauszufinden: Während in der Psychologie die Big Five meist anhand standardisierter Fragebögen ermittelt werden, orientieren sich die neuen KI-Tools an Gesichtsmerkmalen.

Welche das sind, stützt sich laut Studie auf zahlreiche Forschungsergebnisse der Vergangenheit aus Genetik, Psychologie und Verhaltensforschung. So lasse zum Beispiel ein breites Gesicht auf einen hohen Pegel des männlichen Sexualhormons Testosteron und damit auf mehr Durchsetzungskraft........

© Wiener Zeitung