„Ich habe einen Gottkomplex“: Ein Samenspender erzählt
Viktor (Name geändert) ist verheiratet, hat drei eigene Kinder und drei weitere als Samenspender, seine Frau weiß nichts davon.
Er spendet seit zehn Jahren privat Samen, bevorzugt "natürliche Methode", rechtliche Unsicherheiten bestehen weiterhin.
Hauptmotiv für Samenspende ist laut Studie von Magdalena Flatscher-Thöni die Weitergabe der eigenen Gene.
Die private Samenspende ist in Österreich erst seit 2023 gesetzlich geregelt.
Die Eizellenspende ist in Österreich seit 2015 erlaubt.
In Österreich ist eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung nur in einer Ehe, in einer eingetragenen Partnerschaft oder in einer Lebensgemeinschaft zulässig.
Viktor (Name geändert) ist verheiratet, hat drei eigene Kinder und drei weitere als Samenspender, seine Frau weiß nichts davon.
Er spendet seit zehn Jahren privat Samen, bevorzugt "natürliche Methode", rechtliche Unsicherheiten bestehen weiterhin.
Hauptmotiv für Samenspende ist laut Studie von Magdalena Flatscher-Thöni die Weitergabe der eigenen Gene.
Die private Samenspende ist in Österreich erst seit 2023 gesetzlich geregelt.
Die Eizellenspende ist in Österreich seit 2015 erlaubt.
In Österreich ist eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung nur in einer Ehe, in einer eingetragenen Partnerschaft oder in einer Lebensgemeinschaft zulässig.
„Dieses Gefühl, zu ermöglichen, dass die Frau schwanger wird – das ist ein gutes Gefühl“, sagt Viktor*. Er ist Samenspender, und ich habe ihn über eine deutsche Online-Spermabörse kontaktiert. Nun sitze ich ihm im Kaffeehaus gegenüber. Und warum genau ist das ein gutes Gefühl, frage ich ihn? „Ich habe einen Gottkomplex“, meint Viktor nach kurzem Nachdenken, während er seine schwarzen Locken aus dem Gesicht streicht. „Ich bin derjenige, der etwas ermöglicht, etwas schöpft und in die Welt setzt – der etwas Gutes tut.“
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Seine Frau weiß davon nichts. Viktor ist verheiratet und hat drei Kinder im Teenageralter. Drei weitere hat er als Samenspender. Diese biologischen Kinder, wie er sie nennt, sind jünger und gehen erst in den Kindergarten beziehungsweise in die Volksschule. Nur eines von diesen, den Ältesten, habe er schon einmal getroffen, erzählt er: „Er war damals sechs und wollte mich unbedingt kennenlernen.“ Gefühlt habe er bei dem Treffen nichts. „Ich habe hier keine Vaterrolle, und es war ein bisschen unangenehm für alle – also für die Mama, den Buben und für mich.“ Letztendlich sei der Sechsjährige aber beruhigt gewesen, nicht nur ein Bild von seinem biologischen Vater zu kennen.
Verantwortung ohne Vaterrolle
Denn grundsätzlich möchte Viktor schon mit den Müttern in Kontakt bleiben, regelmäßige Updates und Fotos bekommen, und auch in Notfällen zur Verfügung stehen. „Das sehe ich als meine Verantwortung.“ Obwohl er die Vaterschaft nie offiziell anerkennt, sei es freilich immer möglich, dass eine der Mütter einen Gentest durchführen lässt und ihn auf Unterhalt klagt. Deshalb schreibe er mit den Frauen der Börse immer länger, bevor es zum ersten Treffen kommt, sagt Viktor und tippt auf eines seiner beiden Handys, die auf dem Kaffeehaustisch........
