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Was uns das Bundesheer wert ist

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23.01.2026

Erinnerst du dich an den Newsletter von November, in dem wir uns die Wehrbereitschaft der Österreicher:innen angeschaut haben? Zur Erinnerung: Rund 40 Prozent der Männer im wehrfähigen Alter wären (zumindest laut eigener Auskunft) bereit, das Land mit der Waffe zu verteidigen. Heute geht es um die andere Seite der Medaille: nämlich darum, wie lange und wie intensiv jene trainiert werden sollten, die das im Ernstfall tatsächlich tun müssten.

Die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Wehrdienstkommission hat am Dienstag –„Tag der Wehrpflicht" – ihren Bericht präsentiert. Die Kernempfehlung: den Grundwehrdienst von sechs auf acht Monate verlängern, plus 60 verpflichtende Tage Milizübungen danach. Und der Zivildienst soll gleich von neun auf zwölf Monate steigen, damit er nicht noch attraktiver im Vergleich zu einer verlängerten Wehrpflicht würde.

Bevor wir zu den Details kommen: Wo steht Österreich eigentlich im europäischen Vergleich? Der Bericht liefert dazu eine aufschlussreiche Übersicht:

Wir sehen: Von allen europäischen Ländern mit aktiver Wehrpflicht hat Österreich mittlerweile den kürzesten Präsenzdienst – und ist das einzige Land ohne verpflichtende Übungen danach. Griechenland verlangt zwölf Monate, die Schweiz vier Monate Grundausbildung plus 245 Tage Wiederholungskurse, Finnland mindestens sechs Monate plus Reserveübungen. Selbst Dänemark, das nur einen Bruchteil eines Jahrgangs einzieht (selektive Wehrpflicht), verlangt von diesen dann vier bis zwölf Monate.

Der stellvertretende Kommissionsleiter Walter........

© Wiener Zeitung