Was hinter dem EU-Indien-Abkommen steckt
Die gute Nachricht gleich einmalvorweg: Die heimischen (europäischen) Bananenbäuer:innen sind sicher. Der EU-Kommission war es sehr wichtig, das in ihrem Jubelposting festzuhalten:
„The agreement will also protect Europe's sensitive sectors. The EU will (…) maintain its current tariffs on sensitive products such as beef, sugar, rice, chicken meat, milk powders, honey, bananas, soft wheat, garlic, and ethanol“.
(Das ist kein Scherz, übrigens, aber dazu mehr in einem ps-Bonustrack am Ende dieses Newsletters.)
Aber von vorne: Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen hat sich Anfang der Woche mit der indischen Regierung unter Premier Narendra Modi auf ein Handelsabkommen geeinigt. Was die Kommission da vollmundig als die „größte Freihandelszone der Welt“ anpreist, ist eigentlich genau das Gegenteil: Ein ziemlich stark geregelter Markt – denn obwohl viele Zölle zwischen den beiden Blöcken wegfallen sollen, bleiben doch noch etliche Barrieren (wie Kontingente für bestimmte Güter) übrig.
Zuerst die nackten Zahlen: EU und Indien zusammen sind 2 Milliarden Menschen und rund ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Modi und von der Leyen haben das Abkommen „die Mutter aller Deals“ bezeichnet – ein bisschen Übertreibung schadet nie, besonders, wenn man nicht zuletzt auch jemandem einen Ozean weiter ausrichten will, dass es auch ohne ihn gute Geschäfte gibt.
Tatsächlich ist das, was da verhandelt wurde, weniger ein klassisches Freihandelsabkommen als eine kontrollierte Zollsenkung mit Sicherheitsnetzen. Die EU wird 90 Prozent der Zölle auf indische Produkte senken oder abschaffen. Im Gegenzug öffnet Indien – das seinen Markt bisher mit Zollmauern von bis zu 110 Prozent auf Autos abgeschirmt hat – schrittweise seine Grenzen für europäische Waren. Die EU rechnet mit Zolleinsparungen von vier Milliarden Euro pro Jahr für europäische Exporteur:innen – hier ein Factsheet der Kommission zu dem Thema.
Aber: Anders als beim Mercosur-Abkommen mit den südamerikanischen Staaten bleibt........
