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„Teile, was du hast“

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27.02.2026

Anthony Mascarenhas deckte als Journalist den Völkermord in Bangladesch auf und musste deshalb mit seiner Familie nach London fliehen.

Keith Mascarenhas und Daniel Rhomberg sehen sich als Weltbürger und führen am Lanser See ein multikulturelles Gastronomieprojekt.

Die Familie Rhomberg/Mascarenhas möchte den Lanser See als sozialen Treffpunkt etablieren und teilt ihre Werte durch innovative Gastronomie.

Lanser See liegt in Lans bei Innsbruck, Einwohnerzahl: ca. 3.000

Anthony Mascarenhas deckte 1971 den Völkermord in Bangladesch auf

Der Völkermord forderte zwischen 500.000 und 3 Millionen Tote

Seit 2 Jahren Foodtrucks der „Koi Bar“ in Innsbruck und im Hofgarten

Anthony Mascarenhas deckte als Journalist den Völkermord in Bangladesch auf und musste deshalb mit seiner Familie nach London fliehen.

Keith Mascarenhas und Daniel Rhomberg sehen sich als Weltbürger und führen am Lanser See ein multikulturelles Gastronomieprojekt.

Die Familie Rhomberg/Mascarenhas möchte den Lanser See als sozialen Treffpunkt etablieren und teilt ihre Werte durch innovative Gastronomie.

Lanser See liegt in Lans bei Innsbruck, Einwohnerzahl: ca. 3.000

Anthony Mascarenhas deckte 1971 den Völkermord in Bangladesch auf

Der Völkermord forderte zwischen 500.000 und 3 Millionen Tote

Seit 2 Jahren Foodtrucks der „Koi Bar“ in Innsbruck und im Hofgarten

Keith Mascarenhas trägt einen langen Mantel und seine schwarze Rundbrille. „Get me some coffee, please“, sagt er im Londoner Akzent zu einem Angestellten hinter der Bar. Manche würden meinen, dass Keiths Erscheinung eher in eine der großen Metropolen der Welt passen würde: New York, Berlin oder eben London, wo er viele Jahre verbracht hat. Doch stattdessen sitzt er in seinem Lokal mit Sicht auf dem Patscherkofel am Lanser See in der Gemeinde Lans bei Innsbruck. Insgesamt leben hier und in der benachbarten Ortschaft Igls gerade einmal knapp über 3.000 Menschen. Im Winter wimmelt es von Schitourist:innen, während im Sommer vor allem Mountainbiker:innen und Wander:innen die beliebte Gegend, die nur wenige Minuten entfernt von Innsbruck-Stadt liegt, besuchen.

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Dem Ort ist Keith seit Jahrzehnten verbunden, denn von hier stammt auch die Familie seiner verstorbenen Ehefrau und somit auch seines Sohnes Daniel Rhomberg, der neben ihm sitzt. Rhomberg, dessen Gesichtszüge an jene seines indischen Großvaters erinnern, entstammt mütterlicherseits einer alten Tiroler Familie, die ihre Wurzeln in Vorarlberg hat. Wer sich mit den Rhombergs beschäftigt, stellt schnell fest, wie weit ihr Stammbaum zurückreicht. Aufregende Details inklusive. Die Vorfahren der späteren Textilgroßindustriellen waren im Mittelalter Raubritter. Die Grundstücke rundum den See erwarben sie im 19. Jahrhundert, als die Familie nach Tirol expandierte und dort zu einem wirtschaftspolitischen Machtfaktor wurde. Eine Badekultur gab es damals noch nicht. „Der See war anfangs einfach dabei. Zum Wirtschaftsfaktor wurde er erst später“, sagt Daniel Rhomberg.

Die Familie seiner Mutter wuchs reich und privilegiert auf. Daniel selbst verbrachte seine ersten Lebensjahre allerdings mit seinem Vater Keith in London. Englisch bezeichnet er bis heute als seine Erstsprache. „Das war dann ein bisschen ein Problem, als wir nach Lans kamen“, erinnert sich Rhomberg heute. Innerhalb von sechs Monaten musste er Deutsch lernen, um die Volksschule besuchen zu dürfen. Von der Londoner Metropole in die Tiroler Bergtourismus-Pampa. „Es war ein krasser Kontrast zum diversen London, wo meine oder die Existenz meines Vaters etwas völlig Normales war und zum Alltag gehörten“, so Daniel Rhomberg.

Sowohl Keith als auch Daniel sehen sich als Weltbürger. Heimat oder Zuhause bedeutet für sie nicht nur Tirol, sondern vieles, was darüber hinausgeht – und mit........

© Wiener Zeitung