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Mehr Fahrgäste bei der Deutschen Bahn – doch der Erfolg bleibt aus

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27.03.2026

Die Bahn ist so unzuverlässig wie nie. Und doch wollen mehr Menschen Bahn fahren als je zuvor. Das passt auf den ersten Blick nicht recht zusammen. Schließlich kehren enttäuschte Kunden Unternehmen in der Regel schnell den Rücken, wenn deren Leistung nicht stimmt. Doch ganz so erfolgreich, wie die Bahn es weismachen will, ist die Fahrgastbilanz nicht. 

Der Zuwachs geht vor allem auf den Nahverkehr zurück. Da spielt das Deutschlandticket eine wichtige Rolle. Wer den bundesweit geltenden Fahrschein abonniert hat, steigt häufiger in den Zug ein. Und die Pünktlichkeit im Nahverkehr ist mit knapp 90 Prozent auch erheblich höher, die Unzufriedenheit daher auch geringer als im Fernverkehr. Zudem kostet das Deutschlandticket den Fernverkehr Kunden. Das Rekordniveau bei der Nachfrage sagt daher wenig über den Erfolg oder Misserfolg der Bahn aus. 

Bahn-Bilanz: Milliardenverlust könnte strategisches Signal sein

Da sind die nackten Zahlen der Bilanz schon aufschlussreicher. Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr schon deutlich verbessert. Der Milliardenverlust geht vor allem auf eine Wertberichtigung im Fernverkehr zurück, was mit den aus der maroden Infrastruktur verbundenen schlechteren Geschäftsaussichten begründet wird. Das mag schlüssig sein, ist vermutlich aber auch ein Manöver der neuen Bahnchefin.

Für das Geschäft des letzten Jahres ist sie nur in der gut laufenden Regiosparte verantwortlich. So kann sie mit einem hohen Verlust eine Marke setzen, die sie im ersten Jahr der vollen Führungsverantwortung leicht toppen kann. Nun muss sie noch für eine spürbare Leistungsverbesserung der Bahn sorgen. Die Mammutaufgabe ist lange nicht erledigt.


© Westfaelische Rundschau