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Wenn die ÖBB die Notbremse zieht

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19.06.2026

Als der Infrastrukturminister vor wenigen Monaten überraschend eine Strukturreform der ÖBB ankündigte, klang das zunächst nach beliebiger Politprosa. Österreichs größter Mobilitäts- und Logistikkonzern müsse „neu aufgestellt“ werden, hieß es lapidar. Warum genau, darauf bleibt die Regierung konkrete Antworten schuldig.

Erst mit dem neuen Doppelbudget wird klar, worum es tatsächlich geht: Die ÖBB entwickelt sich zu einem der größten Ausgabenblöcke der Republik. Milliardenschwere Transferzahlungen für Infrastruktur, steigende Betriebszuschüsse sowie die tief ins Minus entgleiste Gütertochter Rail Cargo beginnen, selbst überzeugte Bahnpolitiker nervös zu machen. Weil auch Verschiebungen von Bahnprojekten kurzfristig keine Entlastung bringen, wächst der Druck, zumindest einmal die komplexe Konzernstruktur der ÖBB zu vereinfachen. Vor kurzem übermittelte der beauftragte ÖBB-Chef Andreas Matthä dann auch erste Ideen für eine Strukturreform an Hanke. Eine öffentliche Debatte darüber sei freilich „verfrüht“, wehrt er ­Anfragen allerdings ab.

Andreas Matthä, CEO ÖBB (l.) liefert Verkehrsminister Peter Hanke eine erste Diskussionsgrundlage für eine ÖBB-Reform.

Machtverschiebung im Konzern

Einer der Gründe dafür, dass der 2027 ausscheidende, langjährige Bahnchef lieber im Hintergrund arbeitet: Nach durchgesickerten ersten Vorstellungen könnte es zu einer weitreichenden Umgestaltung des Unternehmens mit zuletzt 48.249 Mitarbeitern und 9,6 Milliarden Euro Ausgaben kommen, dessen gesetzliche Grundlage teils noch aus Zeiten vor der Bahnliberalisierung – ab 1990 – stammen.

Zentrales Vorhaben aus der „Diskussionsgrundlage“, wie es im Ministerium heißt, die nun fachlich geprüft wird: Die eher strategisch arbeitende ÖBB-Holding soll echte operative Durchgriffsrechte bekommen, im Gegenzug jedoch die Managementebenen reduzieren, die Verwaltungskosten senken und den Ressourceneinsatz besser koordinieren. Dazu sollen die Rail Cargo (Güter) und die Personen AG (Personenverkehr), die beiden nach außen in Verkauf, Fahrplangestaltung und Finanzierung bislang eigenständigen Tochtergesellschaften der Holding, von Aktiengesellschaften in GmbHs umgewandelt werden.

Und sie könnten entmachtet werden: Die bislang von ihnen beauftragten Töchter aus der dritten Konzernebene, die im Hintergrund mit massiven Personalaufwand für die technische Abwicklung,........

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