Kubickis liberales Manifest
Link in die Zwischenablage kopieren
Kubickis liberales Manifest
15. April 2026 | Rainer Zitelmann
Der wahrscheinlich nächste FDP-Vorsitzende liebt Klartext, auch in seinem neuen Buch: scharfe Kritik an Meinungsbeschränkung, klare Fehleranalyse der Partei und ein Plädoyer für liberalen Neuanfang
Wofür genau steht Wolfgang Kubicki? Da er vermutlich der nächste FDP-Vorsitzende wird, hat sein Manifest eine aktuelle Bedeutung. Der Titel seines Buch „Aufwind im freien Fall“ ist nicht gut gewählt. Was Kubicki hier vorlegt, ist nichts anderes als ein liberales Manifest – und zugleich eine selbstkritische Aufarbeitung jener Fehler, die dazu führten, dass die FDP aus dem Bundestag geflogen ist.
Dramatische Gefährdung der Meinungsfreiheit
Ein Hauptthema des Buches ist die Meinungsfreiheit. Kubicki hatte dazu schon im Jahr 2020 ein Buch unter dem Titel „Meinungsunfreiheit“ veröffentlicht. Damals schrieb er: „Ich kann mich an keine Phase der Bundesrepublik erinnern, in der es um die Freiheit der Meinung so schlecht bestellt war wie heute.“ In seinem aktuellen Buch schreibt er, er habe sich nicht vorstellen können, dass sich die von ihm damals kritisierte Entwicklung in den darauf folgenden Jahren noch einmal dramatisch zuspitzen werde. „Denn heute sind es nicht mehr nur gesellschaftliche Protagonisten, die die ‚gefühlte’ Meinungsfreiheit beschränken. Heute unterminieren staatliche Akteure dieses eherne Verfassungsprinzip Tag für Tag tatsächlich… Heutzutage muss man vielmehr damit rechnen, dass nach Machtkritik irgendwann die Staatsgewalt vor der Tür stehen könnte.“ Die Meinungsfreiheit........
