AfD und Wirtschaft: Warum Sachsen-Anhalts Unternehmer politisch neu rechnen
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AfD und Wirtschaft: Warum Sachsen-Anhalts Unternehmer politisch neu rechnen
25. August 2026 | Oliver Stock | Lesezeit: 5 Min.
Energiepreise, Bürokratie, Fachkräftemangel: Warum die AfD bei Unternehmern gewinnt – obwohl ihre Wirtschaftspolitik neue Risiken birgt.
Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden und längst sympathisieren auch Unternehmer mit ihr. Hohe Energiepreise, Bürokratie und Fachkräftemangel treiben den Frust. Doch ausgerechnet bei den entscheidenden Wirtschaftsfragen gerät die Partei in Widersprüche.
Als Sachsen-Anhalts Unternehmer von Ulrich Siegmund wissen wollen, wie er das Land regieren würde, kommt von ihm keine Antwort. Der AfD-Spitzenkandidat hat den Wahldialog der IHK Halle-Dessau in der vergangenen Woche abgesagt. Sein angekündigter Ersatz Hans-Thomas Tillschneider erscheint ebenfalls nicht. Schließlich springt der wirtschaftspolitische Sprecher Jan Scharfenort ein.
IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier verbirgt seinen Ärger nicht. Zehn der 22 vorab eingereichten Fragen richten sich an Siegmund. Es ist bereits das dritte Mal, dass er sich bei einer Wahlveranstaltung der Wirtschaft vertreten lässt. Dabei könnte der Gesprächsbedarf kaum größer sein: Wenige Wochen vor der Landtagswahl liegt die AfD in Umfragen bei mehr als 40 Prozent. Die Unternehmer, Manager und Wirtschaftsvertreter wollen wissen, mit wem sie es möglicherweise zu tun bekommen.
Fluide Mehrheiten beim Thema Wirtschaftskompetenz
Die Szene erzählt viel über das komplizierte Verhältnis zwischen Wirtschaft und AfD in Sachsen-Anhalt. Wirtschaftsverbände warnen vor Risiken einer AfD-Regierung. Gleichzeitig wächst aber auch unter Unternehmern, Selbständigen und Arbeitern die Bereitschaft, die Partei zu wählen. Wie weit diese Verschiebung inzwischen reicht, zeigt eine bundesweite INSA-Befragung im Auftrag der Medienplattform NIUS. Auf die Frage, welcher Partei sie die höchste Wirtschaftskompetenz zutrauen, nennen 28 Prozent der befragten Unternehmer CDU und CSU – aber bereits 24 Prozent die AfD. SPD, Grüne und FDP liegen weit dahinter. Es zeigt: Die Vorstellung, Wirtschaft und AfD stünden sich als zwei geschlossene Lager gegenüber, stimmt nicht mehr. Eine weitere INSA-Umfrage zur Wirtschaftskompetenz konkret in Sachsen-Anhalt geht mit 43 Prozent klar für die CDU aus. Die AfD liegt hier bei 29 Prozent. Beim Unterthema „Arbeit und Arbeitsmarkt“ landet dagegen die AfD mit 38 Prozent auf dem vorderen Platz. Wirtschaft ist zugleich für 37 Prozent der Befragten eines der drei wichtigsten Wahlthemen im Bundesland.
Im Mittelstand bröckelt die Bindung an CDU und FDP
Ein Teil des Mittelstands hat die Scheu vor der Partei verloren. Maren und Karsten Kreibe haben ihre Entscheidung........
