Als Sacco und Vanzetti sterben mussten: Der unfairste Prozess in der US-Geschichte?
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Als Sacco und Vanzetti sterben mussten: Der unfairste Prozess in der US-Geschichte?
15. August 2026 | Helmut Ortner
Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten am 23. August 1927 sterben – trotz weltweiter Proteste. Viele Punkte sprechen für ihre Unschuld.
Es geschieht am helllichten Nachmittag, gegen 15 Uhr: Zwei Männer überfallen am 15. April 1920 in South Braintree im Staat Massachusetts einen Lohntransport, schießen die Wachmänner nieder und flüchten mit der Beute von mehr als 15.000 Dollar in einem blauen Wagen. Schon bald konzentrieren sich die Ermittlungen auf zwei italienische Einwanderer: Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti. Die beiden leben in der Nähe, nicht weit vom Tatort. Sacco stammt aus Torremaggiore in Apulien, ist bettelarm und wird es auch lange bleiben. Erst als er die Facharbeiterausbildung in einer Schuhfabrik abschließt, verdient er etwas mehr Geld. Auch Vanzetti ist ein armer Schlucker. Der gebürtige Piemonteser schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und besitzt einen Fischkarren, von dem er Aale verkauft.
Die beiden lernen sich 1917 kennen, denn sie teilen gemeinsame politische Überzeugungen. Sie sind Anhänger des kommunistischen Anarchisten Luigi Galleani, der in den USA das kapitalistische System stürzen will – auch mit Gewalt. Die beiden schreiben bis zum Verbot 1918 für seine italienischsprachige Zeitung Cronaca Sovversiva („Subversive Chronik“). Galleanis Anhänger........
