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Rüstet die Bundeswehr für den Krieg von gestern?

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27.05.2026

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Rüstet die Bundeswehr für den Krieg von gestern?

27. Mai 2026 | Burghard Jepsen | Jörg Nackmayr

Gefährliche Blicke zurück: Militärische Institutionen neigen dazu, die Zukunft mit den Rezepten der Vergangenheit bewältigen zu wollen

VON BURGHARD JEPSEN UND JÖRG-DIETRICH NACKMAYR 

Deutschland investiert derzeit Summen wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr in militärische Aufrüstung. Kampfjets, Panzer, Raketenabwehr, Artillerie, Flugzeuge und Schiffe — die Bundeswehr soll zur stärksten konventionellen Armee Europas werden. 

Doch möglicherweise baut Deutschland dabei vor allem eines: eine extrem teure Armee für die falsche Art von Krieg. 

Der britische Militärhistoriker B. H. Liddell Hart beschrieb die Trägheit militärischer Institutionen einmal mit dem berühmten Satz:

„The only thing harder than getting a new idea into the military mind is to get an old one out.“ Das Problem reicht weit über das Militär hinaus. Institutionen halten oft an den Rezepten ihres letzten Erfolges fest. Gewohnheiten geben Sicherheit, investierte Milliarden schaffen Beharrungskraft, und Hierarchien schützen bestehende Denkmuster. 

Der amerikanische General Maxwell D. Taylor brachte diese militärische Logik später auf eine prägnante Formel: „Generale rüsten die Armee aus, die sie als Leutnant erlebt haben.“ Taylor, Kommandeur der 101. Luftlandedivision im Zweiten Weltkrieg und später Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs, erlebte selbst den Wandel von den Grabenkämpfen des Ersten Weltkrieges über den mechanisierten Bewegungskrieg bis hin zum asymmetrischen Krieg in Vietnam. Seine Erfahrung: Militärische Institutionen neigen dazu, die Zukunft mit den Rezepten der Vergangenheit bewältigen zu wollen. 

"Generale bereiten sich immer auf den letzten Krieg vor“

Das Zitat beschreibt eine verfeinerte Version des klassischen Axioms „Generale bereiten sich immer auf den letzten Krieg vor“. Dahinter steckt eine tiefe psychologische Wahrheit im Militär. Taylor kritisierte damit genau das, was B. H. Liddell Hart meinte: Die größte Gefahr für eine Armee ist es, wenn die Führung versucht, die Zukunft mit den bewährten Rezepten der eigenen Jugend zu........

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