Europas Sicherheit: Kann Frankreich den atomaren Schutzschirm der USA ersetzen?
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Europas Sicherheit: Kann Frankreich den atomaren Schutzschirm der USA ersetzen?
08. Juni 2026 | Burghard Jepsen | Jörg Nackmayr
Während sich Washington erkennbar vom Kontinent zurückzieht, bietet Paris Ersatz in Form der Force de frappe an. Aber genügt das europäischen Interessen?
VON JÖRG-DIETRICH NACKMAYR UND BURGHARD JEPSEN
Europa diskutiert plötzlich das Undenkbare: Wie sähe die nukleare Abschreckung des Kontinents aus, wenn die amerikanischen Sicherheitsgarantien brüchig werden? Noch vor wenigen Jahren galt diese Frage als strategische Randdebatte französischer Gaullisten. Heute wird sie in Berlin, Rom, Warschau und Paris ernsthaft geführt.
Der Grund liegt in Washington. Obwohl Donald Trump seine Teilnahme am NATO-Gipfel im Juli 2026 in Ankara zugesagt hat, wächst in Europa die Sorge, dass sich die Vereinigten Staaten langfristig schrittweise aus ihrer traditionellen Rolle als Sicherheitsgarant Europas zurückziehen könnten. Parallel reduzieren die USA bereits Teile ihrer militärischen Präsenz und verlagern strategische Aufmerksamkeit zunehmend in den Indopazifik. Für viele europäische Regierungen entsteht damit eine unbequeme Frage: Was passiert mit der nuklearen Abschreckung Europas, wenn die amerikanische Schutzgarantie politisch unsicher wird?
Genau an diesem Punkt gewinnt ein französisches Angebot neue Bedeutung. Präsident Emmanuel Macron hat in den vergangenen Jahren mehrfach signalisiert, dass Frankreich bereit sei, seine nukleare Abschreckung stärker europäisch einzubetten. Bereits 2020 erklärte er, die „vitalen Interessen“ Frankreichs hätten eine „europäische Dimension“. Seitdem wirbt Paris für einen strategischen Dialog über nukleare Abschreckung mit europäischen Partnern — insbesondere mit Deutschland.
Was den französischen vom amerikanischen Schlld unterscheidet
In Paris versteht man........
